Leserbriefe

Warum sind keine Experten angetreten?

17.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rolf Paul Mittendorf, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Wo bleibt das Positive“ vom 12. Oktober. Wenn ich die Berichterstattung verfolge, habe ich den Eindruck, dass der Wahlkampf langsam die Gürtellinie verlässt. Herr Kurz aus Berlin spricht von „Anmaßung“. Das ist für mich von Anfang an das Wort für die Bewerber: Anmaßend – überheblich – nassforsch. Ohne Berufserfahrung trauen sie sich zu, Aufgaben eines Verwaltungschefs einer Kreisstadt mit 40 000 Einwohnern und einem Budget von über hundert Millionen zu übernehmen.

Von Anfang an hat es mich nachdenklich gestimmt, dass ein Jungstar, der noch an seiner Ausbildung feilt, eine derartige Wahlkampagne, die einiges kostet, führen kann. Also ist es nicht abwegig, darüber nachzudenken, wer über den „Reichtum“ verfügt. Ist der Finanzier der Vater? Hat er ein gestörtes Verhältnis zum Rathaus und zur Nürtinger Zeitung? Ist nicht alles so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hat? Oder ist der Sponsor die CDU?

Ich möchte sogar unterstellen, dass es ein politisches Kalkül ist, dem SPD-OB die Luft abzuschneiden. Insbesondere, wenn ich an ein Gespräch denke, das ich zufällig ungewollt vor acht Jahren mithören musste. Es ging mit Nachdruck darum, den SPD-Kandidaten auf keinen Fall zu wählen. Nachdem es ihm trotzdem gelungen war, gehörte der damalige Ablehner zu den Ersten, die dem neuen Chef schier die Hand küssten. Heute werden in Leserbriefen wieder ihre Messer gewetzt.

Der einzige, der auch die Erfolge des OB zu schätzen weiß und sie auch aufzählte, war Herr Dr. Wetzel. Wenn ich jemandem Böses will, werde ich nur die Fehler aufreihen und das Gute wohlweislich unter den Teppich kehren. Ich stell mir auch die Frage, warum haben sich die Experten vor Beginn des Wahlgeschehens zurückgezogen? Lag es an ihrem Insiderwissen? Fällt die Arbeit mit den Gemeinderäten schwer? Weil jeder nur versucht, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen? Ein gutes Gelingen für die Stadt und die Menschen kann nur durch ein gutes Team funktionieren, und so kann ich mir gut vorstellen, dass Herr Heirich auch dazugelernt hat und mit Frau Grau ein gut funktionierendes Team bildet.

Zu bemerken ist noch: Es ist eine Schande, dass das Volk desinteressiert oder auch zu bequem ist und nicht zur Wahl geht. Menschen, ganze Völkerstämme lassen sich erschießen, weil sie wählen wollen und nicht dürfen. Und wir? – dürfen! Und tun es nicht. Es ist nicht nur bedauerlich, sondern es ist eine Schande. Ich schäme mich für alle, die, egal aus welchen Gründen auch immer, der Wahl fernbleiben.

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