Leserbriefe

Warum greift der Gesetzgeber nicht ein?

04.05.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Inge Göltenboth, Wendlingen. Zum Artikel „Strafanzeige gegen Stuttgarter Hausbesetzer“ vom 2. Mai. Der kleine Artikel hätte einen größeren Rahmen verdient. Eine Alleinerziehende und eine Familie besetzen leer stehende Wohnungen und handeln damit rechtswidrig. Doch ist es nicht ein viel größerer Skandal, dass immer mehr Wohnungen leer stehen, nicht mehr vermietet werden?

„Eigentum verpflichtet“ – das ist eine Regel, die immer weniger beziehungsweise gar nicht mehr beachtet wird. Warum auch, es passiert mir ja nichts. Warum wird das vom Staat, von der Gesellschaft so hingenommen? Warum wird hier nicht regelnd eingegriffen? Einige Mieterschutzgesetze haben sich als Bumerang herausgestellt. Wer es einmal mit Mietnomaden zu tun hatte, wer die Erfahrung gemacht hat, dass er Mieter nicht mehr anständig aus der Wohnung bekommt, der zieht als Konsequenz den Leerstand vor.

Inzwischen sind Wohnungen auch zur Zockerware geworden. Da erzielen Wohnungen, auch nicht vermietet, eine wesentlich höhere Rendite als das Geld auf der Bank. Sie lassen sich ja jederzeit mit hohem Gewinn wieder verkaufen. Die Stuttgarter Hausbesetzer sind mutig, denn sie machen auf einen Missstand und eine große Ungerechtigkeit in unserem Gemeinwesen aufmerksam.

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