Leserbriefe

Warum entscheidet nicht der neue Rat?

05.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Schöneck, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Knapp an Vertagung vorbeigeschrammt“ vom 30. Juli. Ein Alten- und Pflegeheim ist bei der aktuellen demographischen Entwicklung natürlich vonnöten. Es geht mir daher nicht um die Entscheidung für eine Senioreneinrichtung, sondern um das Wie! Der Beschluss des Gemeinderats zeigt, dass es dabei jedoch hapert, denn von den Aufwendungen der Gemeinde im siebenstelligen Bereich kann weniger als die Hälfte wieder vom Investor zurückgewonnen werden. Guten Morgen! Wir befinden uns in einer Finanzkrise, die Verwaltung hat bereits eine Haushaltssperre verhängt! Welche unbedingt notwendigen Maßnahmen werden wir wohl in Zukunft nicht ergreifen können, weil wir jetzt eine dreiviertel Million verschenken? Ist das ein nachhaltiges Wirtschaften zum Wohle der Bürger? Oder vielleicht eher zum Ruhme des Bürgermeisters? Zudem ist die Parkplatzproblematik nur unzureichend gelöst – jetzt steigt dafür die Gefahr für Kinder auf dem Schulweg in der dann noch unübersichtlicheren, weil eher zugeparkten Ortsmitte. Zusätzlich verbleibt das Haus Zaiser im Besitz der Gemeinde – entgegen der ursprünglichen Wettbewerbsausschreibung. Diese war eigentlich klar und deutlich formuliert, deshalb kann ich nicht verstehen, warum sich der Wettbewerbssieger nicht an die Bedingungen halten muss. Auf jeden Fall ist das ungerecht!

Zum Äußersten allerdings sollte man nicht gehen und unter dem Deckmantel einer sozialen Sache versuchen, eines der letzten baulichen Kleinode der Gemeinde, nämlich den „Ochsen“, aus dem Ortsbild zu tilgen. Dieses Gebäude ist zwar nicht denkmalgeschützt und in schlechtem baulichem Zustand, dennoch sollte man wenigstens versuchen, die charakteristische Fassade zu erhalten.

Mit dem Beschluss für den Abriss des „Ochsen“ verschenkt Frickenhausen sein Tafelsilber und verkauft sein Gesicht! Weshalb wollte die Spitze unserer Gemeinde nicht nochmals Angebote anderer Investoren heranziehen? Warum wollte man keine alternativen Standorte prüfen? Warum hat man sich nicht die nötige Zeit gelassen, das Projekt durchdacht zu verwirklichen?

Umso bitterer erscheinen diese Fragen, wenn man zusätzlich bedenkt, dass die Entscheidung noch von einem Gremium getroffen worden ist, dessen Amtszeit eigentlich nach der Gemeindeordnung regulär abgelaufen ist. Einzig „besonders wichtige“ Gründe können einer nicht sofortigen Einsetzung des neuen Gemeinderates entgegenstehen. Willkürlich, wie in Frickenhausen, ist das eigentlich nicht möglich. Gilt für Frickenhausen die Gemeindeordnung etwa nicht? Denn nach wichtigen Aufschubgründen für die Einsetzung des neu gewählten Gemeinderates suche ich vergebens. Warum also werden so gravierende Entscheidungen mit knappen Mehrheiten schnell noch auf den letzten Metern getroffen? Das gerne angeführte Argument, bei einer späteren Entscheidung könne mit dem Bau erst 2013 begonnen werden, zählt für mich dabei nicht: Lieber ein spätes Projekt mit Hand und Fuß, als die Katze im Sack zu kaufen!

Leserbriefe

Manchmal macht googeln schlauer

Sem Schade, Wendlingen. Zu den Leserbriefen „Der deutsche Weg zum Klimaschutz“, und „Blauäugig oder einfach böse?“ sowie „Boris Palmer ist für mich kein Rassist“ vom 18. Mai. Man kann sich ja über den Konzern Google streiten, in puncto Recherche ist er aber unser Freund. Man kann sich in…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe