Leserbriefe

Warnung vor dem Krieg

16.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Egon Eigenthaler, Nürtingen. Zum Kommentar „Deutschland im Visier“ vom 23. Februar. Es ist historisch belegt, dass Regenten und Regierende, die im eigenen Land versagt haben, die Schuldigen dafür in anderen, schwächeren Ländern suchen, um sie dort erfolgreich zu bekämpfen und damit ihr Versagen zu kaschieren. Dank weltweiter Nachrichtenvernetzung werden diese Ablenkungsmanöver aber für aufmerksame Beobachter schneller erkannt und leichter durchschaubar.

Umso peinlicher ist es, wenn uns jetzt eine unkritische Kommentatorin wie Claudia Lepping erklärt, dass die deutsche Öffentlichkeit sich habe „daran gewöhnen müssen, dass es die eigenen Soldaten sind, die am Hindukusch oder auf dem Balkan mit der Waffe in der Hand patrouillieren“. Wir können und wollen uns nicht daran gewöhnen und ich bin überzeugt, auch die meisten Deutschen interessiert sehr wohl, welche Aufträge die Bundeswehr bei ihren Einsätzen zu erfüllen hat!

Wenn sie zur Bestätigung Ex-Verteidigungsminister Struck (SPD) bemüht, der sich über ein „freundliches Desinteresse an der Truppe“ erfreute, muss ich beiden regierungsfreundliche Desinformation vorwerfen. Hier verschweigt Claudia Lepping, dass zumindest wir Republikaner häufig vor der vorhersehbaren Gefahr einer Ausweitung der als humane Hilfsaktionen vom Bundestag genehmigten Auslandseinsätze der Bundeswehr zu grundgesetz- und verfassungswidrigen Kriegshandlungen gewarnt haben.

Unabhängig davon macht der Kommentar deutlich, dass es höchste Zeit ist, sich um Frieden stiftende Maßnahmen mit und nicht gegen den Willen der Menschen in den Krisenregionen zu bemühen, bevor der Terror Opfer in Deutschland fordert. Wir müssen uns nicht an einer „Zwangsdemokratisierung“ dieser Länder beteiligen, die militärisch eh nicht funktioniert; wohl wissend, dass wir bestenfalls damit Wegbereiter für eine Kapitaldiktatur von Global Playern würden, die uns zurzeit alle in eine Weltwirtschaftskrise stürzen, mit noch unabsehbaren Folgen, vor allem für unsere nachfolgenden Generationen.

„Lohnen“ dafür werden sich weder die Opfer der Soldaten auf dem Balkan und am Hindukusch noch die vielleicht bei uns in Deutschland heute noch zu verhindernden Terroropfer! Allenfalls lohnt es sich für eine weltweit agierende Militärindustrielobby. Dafür ist uns aber ein jedes Menschen- oder Kriegsfolgeopfer ein Opfer zu viel.

Leserbriefe

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