Leserbriefe

Vorfahrt für den Bundespräsidenten

27.04.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Reinhard Schmidt, Wendlingen. Zum Artikel „Buga weckt bei Steinmeier Frühlingslust“ vom 18. April. Es war am Mittwoch, 17. April, etwa gegen 15.20 Uhr, auf der A 8 zwischen Leonberg und Stuttgarter Kreuz. Der dichte Verkehr kommt mit rund 80 Kilometer pro Stunde den Berg hinauf. Wir fahren auf der linken Spur. Plötzlich eine Polizeisirene von hinten, das Fahrzeug ist nicht mehr weit weg. Ein Notfall auf der A 8, eine Rettungsgasse wird nötig. Der Verkehr auf unserer Spur geht nach links und wird langsamer. Die Autos rechts neben uns gehen nach rechts. Es klappt, der Polizeiwagen saust zwischen uns hindurch. Da von einem Stau noch nichts zu sehen ist, normalisiert sich der Verkehr wieder. Aber schon sind wieder Blaulichter im Spiegel zu sehen. Dieses Mal viele. Es muss ein großer Unfall vor uns sein. Dasselbe Spiel mit der mobilen Rettungsgasse läuft noch mal ab. Zwei Polizei-Motorräder sausen mit hoher Geschwindigkeit zwischen abgedrängten, fahrenden Autos hindurch. Nicht weit dahinter eine schwarze Limousine mit Blaulicht – und dem Kennzeichen 01! Dahinter wieder Polizei im Alarmzustand. Sie alle rasen durch die mobile Rettungsgasse, wo die Autos links und rechts etwa 60 Kilometer pro Stunde schnell sind. Das Kennzeichen 0-1 gehört dem Bundespräsidenten. Was macht er hier? Wir wissen es nicht. Wir kommen gerade aus dem Urlaub, haben keine Nachrichten.

Es war wirklich der Bundespräsident. Er hat in Heilbronn die Buga eröffnet. Von dort muss er in diesem Stil bis zum Flughafen gerast sein. Keine kurze Strecke, der Fahrstil massive Nötigung, keine kleine Gefahr! Ja, es war Raserei, rücksichtslose Raserei. Jeden anderen Autofahrer, der sich auch nur annähernd verkehrsgefährdend verhielte, würde man bei der Polizei anzeigen. Aber das geht hier nicht, denn sie ermöglicht das rücksichtslose Spiel. Auch der Bundespräsident sollte sich überlegen, ob solche Touren wirklich nötig sind. Ganz gewiss sollte dabei die Rettungsgasse nicht zweckentfremdet werden. Und das Ganze für den eher nichtigen Anlass einer Buga-Eröffnung!

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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