Leserbriefe

Von Frauen an Bord und Seemannsgarn

03.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Ein Mangel an Gespür“ vom 26. Januar. Verklärte Liegestuhl-Romantik der Kreuzfahrtschiffe auf azurblauer, spiegelglatter See sollte nicht darüber hinwegtäuschen: Seefahrt ist nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit. Unsere Frauen haben an Land im Dienste der Marine im In- und Ausland Hervorragendes geleistet, aber in der turmhohen Takelage eines rollenden Windjammers haben sie schon von der Kondition her nichts zu suchen. Die Natur hat ihnen andere Aufgaben zugewiesen als in schwindelnder Höhe auf der Rah stehend Segel zu setzen oder zu bergen. Die alten Fahrensleute betrachteten die Frau an Bord als Unglück, nicht aus Frauenfeindlichkeit, sondern aus praktischer Erfahrung.

In der Tat gibt es bei den engen Raumverhältnissen kaum die Möglichkeit, die Geschlechter zu trennen. Anzüglichkeiten, Eifersüchteleien, schlagendes Imponiergehabe brachten nur Widerwärtigkeiten unter die Besatzung. Auch die persönliche Anerkennung innerhalb der Mannschaft blieb ihnen durch das Eindringen in eine männliche Domäne meist verwehrt. Sie mussten und müssen sich auch heute noch damit abfinden, als Unikat behandelt zu werden. Im Fall der verunglückten Sarah S. scheint man die sonst sehr hoch liegenden Hürden der Eignungsprüfung der Modeerscheinung Emanzipation geopfert zu haben. Schon MdB Arnold bemängelt die zierliche Figur der Anwärterin als für die Tätigkeit in den Wanten ungeeignet. Dass der tragische Unfall der jungen Frau aufgeklärt werden muss, steht außer Zweifel, nicht nur im Interesse der Hinterbliebenen, sondern auch um eventuelle Mängel im Sicherheitssystem zu erkennen und beseitigen zu können.

Ob der Schnellschuss des Verteidigungsministers der richtige Weg war, wird sich noch beweisen müssen. Eklatante Versäumnisse in der Schiffsführung müssen vorgelegen haben, um diesen Schritt zu rechtfertigen. Der frühere Wehrbeauftragte Kujau bezeichnete die Suspendierung des Kapitäns als dramatischen Eingriff in die Führungsebene der Bundeswehr und dies wird als Respektlosigkeit gegenüber dem Ehrenkodex der Offiziere empfunden. Sollte es sich herausstellen, dass die Abberufung des Kapitäns ein Bauernopfer war, um die Meute von links abzuwehren, die ständig darauf lauert, die Bundeswehr und damit auch ihren Herrn Minister in Bedrängnis zu bringen, dann stehen ihm noch einige ungemütliche Tage bevor.

Wenn jetzt Stimmen laut werden, die Gorch Fock stillzulegen, ist das blinder Aktionismus. Sie ist Repräsentant unseres Landes auf den Weltmeeren und verweist auf die Weltoffenheit ihrer Heimat.

Die Boulevardpresse bemüht sich zurzeit sehr um Berichte über das Schiff. Jede Geburtstagsfeier an Bord wird zum Alkoholexzess aufgebauscht. Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, die Tasse Rum mit einem Löffel voll Tee gibt es nicht. Das ist Seemannsgarn. Obwohl Süßwasser immer ein kostbarer Stoff ist, die Füllung gibt es nur umgekehrt.

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