Leserbriefe

Verwöhnte Söhne

14.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ulrike Fabarius, Reutlingen. Ein wohlhabender Leute Sohn schnappt sich die nicht vorschriftsmäßig aufbewahrte Pistole des Vaters, eines „Waffen-Narren“, dazu einen riesigen Vorrat an Munition, rast zur ehemaligen Schule und schießt wie von Sinnen wild um sich, ermordet vor allem Mädchen, unschuldige Mädchen, Lehrerinnen und Passanten. Ist das Internet schuld?

Die Glorifizierung von Gewalt im Fernsehen und Internet verführt tatsächlich narzisstisch veranlagte männliche Jugendliche. Ebenso trägt die verheerende Sexualisierung unserer Medienlandschaft dazu bei. Dies ist fatal.

Das Gesicht des Täters ist noch kindlich. Seine Schulerfolge eher dürftig. Wenn Söhne nicht das „bringen“, was Eltern von ihnen erwarten, zumal sie sich in einer privilegierten Position befinden, versuchen die Söhne manchmal Eindruck zu schinden und den Vater nachzuahmen. Der halbwüchsige Sohn aus „gutem Hause“ mit schulischen Misserfolgen und ausgebliebenem „Erfolg“ bei Mädchen ist vielleicht Kleinkind geblieben. Durch Scheitern und Kränkungen baut sich dann beim Jugendlichen eine irrsinnige Wut auf, die urplötzlich explodieren kann.

Verwöhnte Söhne mit einer schwerwiegenden Entwicklungsstörung glauben, sie könnten alles bestimmen, weil sie ja alles bekommen. Hat hier das Elternhaus versagt? So bitter es auch für die Betroffenen ist . . .

Solche Kinder haben später große Schwierigkeiten, sich zum verantwortungsbewussten Erwachsenen zu entwickeln.

Ist so der jugendliche Täter zum vielfachen Mörder geworden, der „wie verrückt um sich ballerte“, wie eine Augenzeugin aus Wendlingen im Radio berichtete? Warum wird in unserem Staat nicht das Waffengesetz verschärft? Warum rühren die Verantwortlichen in der Regierung nicht an diesem Tabu? Mütter! Verwöhnt Eure Söhne nicht! Macht sie nicht zu Machos!

Die Trauer um die hoffnungsvollen Kinder und jungen Menschen ist grenzenlos.

Leserbriefe

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