Leserbriefe

Unzeitgemäßer Kopfbahnhof

30.04.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Johannes Ottenwälder, NT-Neckarhausen. Zum Leserbrief „Stuttgart 21 – eine Verbesserung?“ vom 23. April. Der Leserbrief von Frau Stoitzner veranschaulicht mal wieder, mit wie wenig Sachverstand gegen Stuttgart 21 polemisiert wird. Zunächst werden acht Bahnsteigkanten auf vier Bahnsteige herunterfantasiert, und dann wird behauptet, Nürtingen hätte zwei Bahnsteige. Nürtingen hat drei Bahnsteigkanten und damit maximal 1,5 Bahnsteige, wenn man realistisch vergleichen will. Allerdings macht es doch eher Sinn, Vergleiche mit anderen großen Großstädten zu ziehen (zum Beispiel Hamburg acht Gleise, Köln elf Gleise inklusive S-Bahn, Mannheim als Verkehrsknoten acht Gleise inklusive S-Bahn).

Und von „ebenerdig“ ist der Stuttgarter Kopfbahnhof weit entfernt, ebenerdig ist grade mal der Nordausgang, über den man nur Taxis erreichen kann. Auch erschließt sich mir nicht, wo der Vorteil liegt, wenn statt Stuttgart (S 21) die Filder (K 21) untertunnelt wird. Die Tunnellängen dürften nach Abschluss von K 21 durchaus vergleichbar sein, der Fildertunnel ist schon heute bei K 21 gerade mal 500 Meter kürzer als bei S 21 und das unter einem sinnfreien Wegfall eines Filderbahnhofs.

Geradezu haarsträubend ist aber der Vergleich mit der sechsspurigen Autobahn. Zum einen erhält der Stuttgarter Verkehrsknoten durch die Tunnel mehr Zulaufgleise, als er heute hat. Aber um bei Frau Stoitzners Art der Argumentation zu bleiben: Man stelle sich mal eine sechsspurige Autobahn vor, die in einer Garage endet. Wer weiterwill, muss in die Garage hinein, rückwärts wieder hinaus und dabei die zwei ebenfalls auf die Garage zulaufenden Spuren kreuzen. Vielleicht kann sich Frau Stoitzner jetzt vorstellen, was für ein absurdes und unzeitgemäßes System ein Kopfbahnhof ist?

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