Leserbriefe

Tunnelbauten – die Lösung?

29.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Nauendorf, Nürtingen. Der Gemeinderat der Stadt hat jüngst die Untersuchung von Tunnel- und Umgehungstrassen beschlossen: Einen über zwei Kilometer langen Tunnelbau um Neckarhausen herum, eine über fünf Kilometer lange Umgehung über den Säer hinweg und um Reudern herum. Man kann bemerken, dass diese „Lösungen“ der Verkehrsprobleme gleich wieder eine Fülle von neuen Problemen schaffen. In Neckarhausen wird der angedachte Tunnel in seinen Eingangsbereichen die Bürgerinnen und Bürger, die an den Ortsrändern leben, belasten. Abgesehen davon, dass ihre Häuser untertunnelt werden würden. Da können alle zustimmen, die dort nicht wohnen. Im Übrigen ist die jetzige Trasse bereits eine Umgehungsstraße. Sie ist umgehend wieder bebaut worden. Entlang der heutigen B 297 sind Geschäfte entstanden, die auch der Versorgung der Neckarhäuser Bürgerschaft dienen. Deren Bestand wäre mindestens teilweise durch eine andere Straßenführung gefährdet.

Keinesfalls weniger problematisch sieht die Sache bei der Säertrasse aus. Wir müssten in jedem Fall durch Felder, Wälder, Wiesen und Auen fahren. Vor allem, es handelt sich auch um Landschaftsschutzgebiete und auch um FFH-Gebiete der EU. Dies wäre ein unglaublich großer ökologischer Eingriff, für den unglaublich große und teure Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden müssten. Bei dieser Säertrasse müssten kolossale Einschnitte und Aufschüttungen getätigt werden, müssten Brücken gebaut werden, um eine verkehrsgerechte Trasse führen zu können. Die Kosten wären entsprechend. Ich habe beiden Untersuchungen im Gemeinderat zugestimmt, habe aber betont, dass dies keine Zustimmung zu den Projekten sei. Untersuchen müssen wir wohl, denn viele Anwohner an der B 297 leiden unter dem zunehmenden Verkehr, aber nicht nur die in den beiden Ortsteilen.

Niemand sollte aber den Eindruck erwecken, als gäbe es hier schnelle Lösungen in überschaubaren Zeiträumen. Namentlich die Nürtinger CDU, die behauptet hat, die Verwaltung habe in den letzten 20 Jahren diese Probleme nicht verfolgt. Die CDU übersieht dabei, dass sie dann wohl auch geschlafen hat. Sie ist offensichtlich erst kurz vor der Wahl aufgewacht. Säertrassen sind vor 20 Jahren untersucht worden. Sie sollten in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Alfred Bachofer ist damit nur bis zum Regierungspräsidium gekommen. Wir werden sehen, wie weit wir diesmal kommen. Die Milliarden, die unser Staat in der jetzigen Krise ausgeben muss, werden uns lange belasten. Dies hat auch Konsequenzen für den künftigen Bau von Bundesfernstraßen. Dies müssen wir vor Wahlen sagen.

Leserbriefe

Großer Forst und die Wahlen

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Neuer Bauabschnitt sorgt für neuen Stau“ vom 21. Mai. „. . . zwischen Bahnhof und Nordtangente ging heute gar nichts mehr“. Man Stelle sich vor, Hugo Boss hätte doch auf dem Großen Forst gebaut und seine LKW-Flotte quält sich zusätzlich durch den Stau über…

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