Leserbriefe

Transparenz und Beteiligung

21.09.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Pit Lohse, Nürtingen. Wie hießen die Worte des wiedergewählten Oberbürgermeisters Heirich nach dem Wahldesaster: Er habe verstanden, die Bürger wollen mitgenommen werden, sie wollen Transparenz und Bürgerbeteiligung zu den Sach- und Fachthemen dieser Stadt. Was hat sich seit dieser Zeit zum Thema Wörth-Areal verändert? Zufällig erfährt die Bevölkerung, dass es zum Thema Wörth-Bebauung eine nichtöffentliche Sondersitzung gibt. Weiterhin wird der Bevölkerung die Hochwassergefahrenkarte, obwohl vom Regierungspräsidium seit 2010 freigegeben, mit einer Falschaussage vorenthalten. Seit dem 7. Januar 2012 liegt dem Gemeinderat und der Stadt eine Berechnung durch das Forum Wörth (nachzulesen unter www.forum-woerth.de) vor, die darauf hinweist, dass bei einer zweireihigen Bebauung der Stadt ein Verlust von 360 000 Euro gegenüber bei einer einreihigen Bebauung von 30 000 Euro entsteht. Diese Zahlen wurden in der Öffentlichkeit nicht widerlegt.

Auch die Vorhaltungen wie Kosten des Hochwasserdammes (Einsparpotenzial 160 000 Euro), Baumbestand, Grundstückspreis, Stadtbild, Rampe auf öffentlichem Grund und so weiter wurden in keiner Weise transparent und öffentlich thematisiert beziehungsweise korrigiert. Nun soll nichtöffentlich, vor der öffentlichen Sitzung am 2. Oktober, noch schnell mit Vertretern des Naturschutzes und des Forums Wörth dieser Sachverhalt überprüft werden.

Acht Monate sind nun ins Land gegangen und vonseiten der Verwaltung wie aber auch von einem Großteil der Gemeinderäte wurden ein öffentlicher Dialog und eine Auseinandersetzung mit diesem Fachthema nicht gesucht. Die Fahrt nach Nagold hätte eine Pflichtveranstaltung der Gemeinderäte, gerne unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sein müssen. Eine Einladung an Professor Möhrle in den Gemeinderat hätte sich von alleine erklärt. Veranstaltungen mit Fachhochschule, Wirtschaftsförderung, Landschaftsplanern, Bau- und Sozialbürgermeistern aus Städten, die Erfahrung im Umgang mit Urbanisierung und Beteiligung haben, hätten stattfinden müssen. Stattdessen wird nun hinter verschlossenen Türen getagt, damit der Gemeinderat sich auch einmal unbedarft zu Wort melden und Fragen stellen kann und nicht gleich festgelegt wird. Das Fragen und Nachfragen erwarte ich von einem Gemeinderat, das gehört zur Meinungsfindung grundsätzlich dazu und ist kein Mangel an Wissen, Dies erkennen die Bürger und wissen dies zu schätzen. Für dieses Klima einer sach- und fachbezogenen Auseinandersetzung zu diesem Thema hatte die Verwaltung acht Monate Zeit. Warum tat sie bis dato nichts? Die Rückschlüsse dazu überlasse ich jedem Einzelnen selbst.

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