Leserbriefe

Tempolimit und CO2-Steuer sofort

08.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christian Löwe, Nürtingen. Zum Artikel „Wir brauchen mindestens eine Rennschnecke“ vom 3. August. Hier sind einige Gedanken zu den Bereichen Klimapolitik und Verkehr, die im oben genannten Artikel erörtert werden. Ich denke, ein guter Ausgangspunkt ist Ehrlichkeit: Mobilität ist kein Grundrecht, aber eine phantastische Sache. Bedenkt man, wie gering der Aktionsradius unser Vorväter war, ist es nahezu unglaublich, wie leicht wir heute auch weiter entfernte Ziele erreichen.

Gerade der Individualverkehr im Pkw ermöglicht uns, unseren Wünschen und Bedürfnissen nach Ortsveränderung spontan und individuell nachzukommen. Diese Freiheit der individuellen Mobilität sollte wirklich für jeden Bürger verfügbar sein. Wenn wir bezüglich dieser Grundlage ehrlich sind, ergeben sich meines Erachtens viele logische Schlussfolgerungen: Abstriche bei der Mobilität könnten wir bei der Zeit machen, die wir benötigen, um von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Damit sind wir beim bundesweiten Tempolimit angelangt, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, aber leider ständig wieder in den Schubladen der Politikerschreibtische verschwindet.

Abstriche können wir ebenfalls beim Komfort machen, den uns unser Fahrzeug bietet. Mit einem bundesweiten Tempolimit könnten wir leichtere, schwächere, langsamere Fahrzeuge bauen, deren Emissionen die geforderten 95 Gramm pro Kilometer leicht erreichen oder unterschreiten. Was französischen Ingenieuren mit meinem Peugeot 208 HDI bereits 2013 gelang, müsste den hochqualifizierten Konstrukteuren von Daimler, BMW et cetera im Jahre 2019 ein Leichtes sein. Ich befürworte also neben allen Anstrengungen bezüglich EMobilität, die Herr Kretschmann bespricht, eine Weiterentwicklung des Verbrenners mittels Stärkung und Neuerfindung des „Drei-Liter-Autos“, das modernisiert und attraktiver gemacht werden müsste.

Gerade die deutschen, technologisch weit vorangeschrittenen Autobauer könnten hier ihre Innovationskraft zeigen. Notwendig ist nur, dass die Politiker ihre Lenkungsaufgabe ernsthaft und mutig wahrnehmen. Man bedenke, wie entrüstet wir bei der Einführung des Rauchverbots in der Gastronomie zuerst waren und wie durch entschlossene, verantwortungsbewusste staatliche Lenkung unsere Einstellung zum Rauchen mittlerweile vollkommen anders geworden ist. Das Gleiche lässt sich auch bezüglich CO2 erreichen.

Wer uns bewusst durch übermotorisierte Riesenrenner vergiften will, soll das offen zugeben und massiv zahlen. Also: Tempolimit und CO2-Steuer sofort!

Leserbriefe

Für Diesel gibt es kein Steuerprivileg

Frank Eberhart, NT-Reudern. Zum Leserbrief „Kein Verständnis für Reaktion der Grünen“ vom 8. August. Leser Betz tadelt Herrn Kretschmann, weil er dem fortgesetzten Diesel-Bashing entgegentritt. Aus seiner Sicht gehört die „steuerliche Förderung“ des Diesels abgeschafft. Da kann man sich nur…

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