Leserbriefe

Tarnen und täuschen?

06.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Donald Jesse-Allgöwer, Wendlingen. Die Planung und der Bau eines zentralen Omnibusbahnhofes sowie die Errichtung einer Unterführung im Bahnhofspark in Wendlingen stehen gerade in der öffentlichen Diskussion. Im Rahmen dieser Vorhaben sollen die großen alten Bäume – sehr wahrscheinlich alle – gefällt werden. Trotz massiver Proteste der Bewohner und Eigentümer der Gebäude Weberstraße 5, 3 und 3/1, des Bauträgers der Kreisbau Kirchheim sowie des DRK als Träger des angrenzenden Pflegeheimes im Park schafft die Stadt Wendlingen vollendete Tatsachen. Der erste große alte Baum wurde am Mittwoch auf dem gegenüberliegenden Park-and-ride-Parkplatz gefällt. Nicht Dialog scheint die Strategie der Stadt Wendlingen zu sein, sondern vernebeln, tarnen und täuschen. Noch mit Schreiben vom 30. Juli teilt das Stadtbauamt den Anwohnern der Gebäude Weberstraße 5, 3 und 3/1 mit, (Zitat) „Die Errichtung eines Busbahnhofes auf dem Areal (Anmerkung: gemeint ist der Bahnhofspark) ist derzeit nicht vorgesehen“. Ansonsten suggeriert das Schreiben, dass durch sorgfältige Planung bei der Errichtung einer Unterführung die Eingriffe in die Grünanlage gering sein werden und durch entsprechende Widerbegrünung ausgeglichen werden. Im persönlichen Gespräch zwischen Bürgermeister Ziegler und Anwohnern am Dienstag, 2. Dezember, wird auf die rechtlichen Möglichkeiten von Einwendungen gegen die Baumaßnahmen Anfang Januar 2009 verwiesen.

Auch die Beratungsunterlagen im Gemeinderat in der Sitzung am 25. November sind ein weiteres Mosaiksteinchen für die eingangs genannte Vermutung. Planungsalternativen auf dem gegenüberliegenden Park-and-ride-Parkplatz an der Schwanenstraße – die zu dem grundsätzlich kostengünstiger und schneller realisierbar wären – werden, unter Zugrundelegung falscher Planungsdaten (bewusst?) schlechtgerechnet.

Da wird der Wegfall von 46 Parkplätzen unterstellt, obwohl die tatsächliche Situation eine andere ist. Die Schaffung von Ersatz durch Umparkierung oder Nutzung von Freifläche wird nicht angestellt. Ebenso wenig die Möglichkeit von Teil-)Erwerb oder Anmietung von Fläche im Bereich des bestehenden Otto-Parkplatzes am Schwanenweg. Die veränderte städtebauliche Situation seit 2004 wird schlicht ignoriert.

Es ist halt leicht, als Bürgermeister pflichtschuldig sozial Sonntagsreden – zum Beispiel bei der Eröffnung des rein privat finanzierten (ohne Zutun und Steuermittel der Stadt Wendlingen) Pflegeheimes im Park – zu halten, als sozialverträglich zu handeln. Es ist schon bezeichnend, wenn man als Entscheidungsträger pflegebedürftigen alten Menschen in ihren Betten den Busverkehr von bis zu 120 Bussen täglich unter ihren Fenstern zumutet.

Wie in der Behrstraße und dem angrenzenden Industriegebiet ist es der Stadt Wendlingen kein Anliegen, in ihrer Bauleitplanung städtebaulich Brennpunkte zu entschärfen. Nein, vielmehr legt sie bezüglich des zentralen Omnibusbahnhofes den Grundstein für spätere Konflikte. Um es nochmals klar zu betonen, die Anwohner sind keine Verweigerer und Fundamental-Opportunisten und haben grundsätzlich nichts gegen einen zentralen Omnibusbahnhof. Aber bitte nicht im Wohngebiet, wenn er auch in einem Gewerbegebiet möglich ist. Welches städtebauliche Meisterwerk die Bürger von Wendlingen erwartet, zeigt ein Blick auf die zentralen Omnibusbahnhöfe der Städte Kirchheim und Nürtingen – leere, trostlose, zuasphaltierte leblose Landschaften. Macht das die Stadt Wendlingen lebens- und liebenswert?

Leserbriefe

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