Leserbriefe

Steuergeld für 1,3 Millionen Haushalte

12.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Region gibt eine Million Euro für Werbung pro S 21“ vom 6. Oktober. Stuttgart 21 wird immer teurer und der Verband Region Stuttgart will jetzt auch dazu beitragen: Ungefragt dürfen sich alle Steuerzahler an der weiteren Verschwendung von einer Million Euro beteiligen. Damit sollen unter anderem Faltblätter an 1,3 Millionen Haushalte geschickt werden. Und dann sollen alle begreifen, warum die Region mit 100 Millionen Euro ein Machtkartell finanziert, das weit mehr als fünf Milliarden für einen Kellerbahnhof ausgeben will und dann kein Geld mehr für wirklich wichtige Bahnprojekte da ist.

Unsere Gemeinden zahlen dafür fleißig mit: Zum Beispiel Nürtingen pro Jahr 140 078 Euro, zehn Jahre lang, insgesamt also 1,4 Millionen Euro. Esslingen sogar 350 591 Euro pro Jahr. Davon könnten sehr viele vernünftige und notwendige Aufgaben finanziert werden. Aber es gibt Landräte, Bürgermeister, IHK-Präsidenten, Kreishandwerksmeister und andere, die lieber an einem veralteten Projekt festhalten, welches in 15 Jahren Planung bewiesen hat, dass es keine Zukunft hat.

Nicht einmal die Planung für den Flughafenabschnitt ist fertig, und dort kann deshalb auch nicht gebaut werden. Dabei gibt es mehrere vernünftige Vorschläge für den sinnvollen und kostengünstigen Ausbau des leistungsfähigen Kopfbahnhofs. Jetzt ist sogar ein weiteres Konzept vorgestellt worden, welches eine schnelle Bahnverbindung nach Tübingen möglich macht: bisher 43 Minuten, mit Stuttgart 21 dann sogar 44 Minuten und mit dem neuen Konzept Kopfbahnhof nur noch 20 Minuten. Dabei würde die B 27 entlastet und es wären zwei Bahnhöfe in der Gegend Bonlanden oder Aichtal möglich.

Und der Busbahnhof ZOB könnte wieder zum Kopfbahnhof, wo er auch hingehört, ins Untergeschoss. Das wäre ein echter Beitrag für die Zukunft, der nicht einfach Ablehnung, sondern Nachdenken erfordert. Auch in der Regionalversammlung. Übrigens wird in der Nürtinger Zeitung besonders groß über die 150 000 Euro von den Grünen berichtet: Das ist aber kein Steuergeld und eigentlich auch sehr wenig gegenüber einer Million Euro aus der stets offenen Regionalkasse. Und als engagierter und parteiloser „Berufsdemonstrant“ kann ich nur betonen: Wir werden nicht bezahlt, sondern wir spenden sogar in die Sammeldosen, freiwillig und ehrlich für das „Ja“ zum Ausstieg.

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Die Autobahn als Schneckenpfad

Wolfgang Niefanger, Oberboihingen. Zum Artikel „Kretschmann fordert Tempo 130 auf Autobahnen“ vom 9. Oktober. Der Vergleich unseres Ministerpräsidenten ist sicherlich provokant von ihm so gewählt, möchte er doch damit suggerieren, jenseits von 130 Stundenkilometern wird der Autofahrer zum…

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