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Leserbriefe

Steinzeitdorf Linsenhofen?

25.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Michael Scheel, Frickenhausen-Linsenhofen. Grüße aus der Steinzeit. Und wer will da schon leben – oder arbeiten. Viele, sollte man meinen, denn außer allgemeinem Gejammer über DSL light in Linsenhofen scheinen doch nur 23 Mitbürger (Stand 19. April) an einer schnellen Internetverbindung in der Teilgemeinde Interesse zu haben. Weg vom faktischen Monopolisten mit seinen überteuerten Preisen, schwacher Leistung und verheerendem Service? Kein Interesse. Linsenhofen wird so kaum attraktiver für Gewerbe, junge Leute und auch ältere, die sich der Moderne nicht verschließen wollen.

Alternativen zum Standort bieten nun tatsächlich alle (jetzt auch Grafenberg) umliegenden Gemeinden. Gerade auch für diejenigen, die beruflich (Denkanstoß: Gewerbesteuern und Mieteinnahmen!) oder privat (Denkanstoß: Allgemeiner Lebensstandard, Immobilien- und Grundstückspreise!) eine etwas breitere Datenautobahn brauchen oder gerne hätten. Endzeitstimmung, denn es fehlen noch 277 Verträge oder Wechselwillige zum neuen Anbieter. Beim Gedanken an Linsenhofen in zehn oder in 20 Jahren gruselt’s mich. Kleine gallische Dörfer mögen ja niedlich sein, für eine Gemeinde im ach so fortschrittlichen Baden-Württemberg wirkt das hier jetzt aber nur noch peinlich.

Und was tut in dieser Angelegenheit die Politik für uns? Was ist von den vollmundigen Versprechungen „Ende 2013 hat das ganze Land schnelles Internet“ (Verbraucherminister Bonde 2012) geblieben? Doch warum soll sich die Politik oder ein Politiker bewegen, wo doch deren Auftraggeber, diejenigen, die deren Handeln legitimieren sollen, sich nicht bewegen und nicht Versprochenes einfordern? Eine gesetzliche Verpflichtung zum Breitbandausbau wurde von der Bundesregierung verhindert (Minister Dr. Rösler), EU-Recht dadurch unterlaufen (Kostenerbringung durch öffentliche Hand). Laut Bundesministerium für Wirtschaft hatten bereits 2012 über 99 Prozent aller deutschen Haushalte Zugang zum Breitbandinternet. Wir im Steinzeitdorf werden die Exoten sein, abgeschnitten vom Fortschrift und von der Vielzahl an Informationen. Wir werden diejenigen sein, die mitleidig belächelt werden. Was hindert uns im Fall, dass die 300 geforderten Verträge nicht zustande kommen, unsere Abgeordneten, die Medien, vielleicht sogar die Gerichte zu bemühen? Das eigene Phlegma? Ein Trauerspiel in Linsenhofen?

Leserbriefe

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