Leserbriefe

Sportschützen trauern

16.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Oliver Raisch, Kreisoberschützenmeister, Wolfschlugen. Nach dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen gilt unser Mitgefühl den betroffenen Eltern, Angehörigen, Mitschülern, Lehrern und den im Dienst verletzten Polizeibeamten. Wir Sportschützen sind bestürzt über die Tatsache, dass es sich bei der Tatwaffe um die Waffe eines Sportschützen gehandelt hat.

Unser Waffengesetz ist eines der schärfsten der Welt. Es gibt ganz klare Bestimmungen, wie legal erworbene Waffen aufzubewahren sind. Wenn diese Regelungen nicht beachtet werden, und dies war im Elternhaus des Täters von Winnenden der Fall, dann kann kein Gesetz der Welt eine solch schreckliche Tat verhindern.

Trotz aller Bestürzung gehen weitere Forderungen nach Verschärfungen des Waffengesetzes in die falsche Richtung. Die geltenden Gesetze sind völlig ausreichend, gegen Missbrauch und kriminelle Energie eines Einzelnen ist jedoch keine noch so scharfe Regelung wirksam. Trotz allem Entsetzen und Erschütterung appellieren wir an alle Beteiligten, nun nicht wieder alle Sportschützen unter Generalverdacht zu stellen! Vielmehr müssen wir an die wirklichen Gründe für die Auflösung dieser Tat herangehen.

Sportschießen ist eine Sportart, bei der Konzentration und eine perfekte Einflussnahme auf Körper und Geist erforderlich sind. Das wiederum ist nur möglich mit Training und Kondition. Den Schießsport mit Gewalt, Unrecht, Krieg, aber auch mit geistig verwirrten Personen zu vergleichen, ist für uns Sportschützen eine Demütigung.

Die notwendige Sachkunde für den Umgang mit Waffen muss mit einer Prüfung nachgewiesen werden. Das berechtigte Bedürfnis für den Waffenbesitz muss von den Behörden bestätigt werden.

Nochmals appelliere ich bei aller Betroffenheit, der sich keiner von uns entziehen kann, an die wirklichen Gründe für die Auflösung dieser Tat heranzugehen und nicht einfach nur einem schnellen populistischen Reflex nachzugehen und das zu propagieren, was am besten öffentlich zu verkaufen ist: nämlich eine erneute Verschärfung des Waffenrechts.

Leserbriefe

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