Leserbriefe

Schuldenabbau oder Wahlversprechen

22.03.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raimund Braun, Nürtingen. Zum Artikel „Gegen Verwendung öffentlicher Gelder“ vom 25. Februar. Mit weiterhin lückenhaften Informationen wird am Wörth-Areal vorab an den Außenanlagen weitergeplant. Der Stadtverwaltung ist bewusst, dass sich die Bebauung noch Jahre hinzieht. Jetzt wird schon mal für die Freiflächen Geld verschwendet. Die Gesamtkosten für die Bebauung werden weiter steigen. Für einen neu zusammengesetzten Gemeinderat ist es somit immer einfacher, diese Form der Bebauung, mit aufwendigen und teuren, aber wenig großzügigen Freiflächen zu stoppen. Maßnahmen zum Brandschutz sind bisher noch nicht berücksichtigt. Ein Gutachten hierzu hat die Stadtverwaltung noch nicht eingeholt. Zumindest an dieser Stelle haben die Verantwortlichen, in weiser Voraussicht, einmal Geld gespart. Denn den bisher vorgesehenen Rettungswegen wird kein verantwortlicher Brandschützer zustimmen.

An ihre eigenen Aussagen zu den Kosten, vor drei Jahren, können sich viele der Gemeinderäte vom interfraktionellen Zusammenschluss zum Schuldenabbau (CDU/FW/FDP) nicht mehr erinnern. Jedoch kann sich Herr Balz (Freie Wähler) noch an Aussagen von Herr Braunmüller (Nürtinger Liste/Grüne) vor sechs Jahren erinnern. Mit derartig selektivem Gedächtnis ist keine nachhaltige Stadtentwicklung und kein Schuldenabbau möglich. Einen Beitrag zum Wohnraumbedarf kann die Bebauung am Wörth-Areal in absehbarer Zeit nicht leisten. Aber darum ging es den zustimmenden Fraktionen nie. Das Grundstück sollte für die Siedlungsbau möglichst gewinnbringend gesichert werden.

Bereits OB Bachofer (a. D.) hat die Wege für diese Bebauung geebnet. Wer sich an die Ränkespiele vor der OB-Wahl erinnert, hat das Hin und Her mit einem ernst zu nehmenden Gegenkandidaten der Freien Wähler beziehungsweise der CDU im Gedächtnis. Aufgestellt wurde von diesen Fraktionen (CDU/Freie Wähler), den größten, die der Bebauung zugestimmt haben, kein aussichtsreicher Kandidat. Wohl deshalb weil sich OB Heirich, gegen seine eigene Partei, für diese Form der Bebauung des Wörth-Areals eingesetzt hat. Der eigene Rock war ihm dabei wohl näher als das Parteibuch.

Jetzt werden die Wahlversprechen eingelöst. Das Schweigen der Fraktionen zum Schuldenabbau, zu den steigenden Kosten für die Bebauung, sagt mehr als alle Worte. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bürgerschaft von Nürtingen besser erinnern kann als die Gemeinderäte der Fraktionen, die Schulden abbauen wollten. Noch ist nichts verbaut, bisher werden lediglich zwar unnötige, aber vergleichsweise geringe Summen für Planungskosten ausgegeben.

Leserbriefe

Den Geschädigten Kraft wünschen

Erhard Springer, Wendlingen. Zum Artikel „Er sagte, ich solle keine Angst haben“ vom 12. April. Danke Matthäus Klemke und der Nürtinger Zeitung für die Veröffentlichung der schockierenden Geschichte zu einem weiteren mutmaßlichen Missbrauchsskandal sowie dessen zeitverzögerter Verfolgung durch…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe