Leserbriefe

Schade um die alte Linde

08.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinz Wetzel, Beuren. Zum Artikel: „Es ist ein schöner Baum gewesen“ vom 28. April. Das Abwracken macht auch bei der Natur nicht halt, wie man beim großen Holz-Kahlschlag in der Neuffener Steige nicht übersehen kann. Da ich mit der Natur und Umwelt rund um den Hohenneuffen stark verbunden bin, hat mich die gefällte Linde als „Stecknadelkopf“ in der sogenannten Haarnadelkurve stark betroffen. Die Linde gab schon in den 40er- und 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts den vielen schweren Panzern und Wehrmachtsfahrzeugen unbeschadet die Fahrtrichtung auf die Alb an. Und jetzt nach so langer Zeit fällt sie kläglich einer kleinen Motor-Kettensäge doch zum Opfer.

Bei den vergangenen Mai-Streichen wären die Täter einer solchen Tat mit Sicherheit strafrechtlich verfolgt worden. Dieser „Baumfrevel“ musste jedoch angeblich wegen der Verkehrssicherheit weichen, welche bei den noch teilweise fast senkrecht nach unten zur Fahrbahn liegenden Baumstämmen auch nicht gewährleistet ist. Wenn man bei der schönen Linde mit etwas Gefühl die Äste zurückgenommen hätte, hätte der Baum noch einige Zeit als schöne Rundung in der Kurve stehen können, bis irgendwann das Fällen aus Sicherheitsgründen unumgänglich geworden wäre.

Da in den vergangenen Jahren Baumfällarbeiten durch Schneebruch und Sturmschäden und durch herabstürzende Äste schon früher notwendig gewesen wären, hätte es jetzt am Anfang des Waldes auch mit der halben Distanz des Abholzens zwischen Fahrbahn und Baumzone gereicht. Da aber auch hier wegen der Wirtschaftlichkeit des eingesetzten „Vollernters“ es notwendig war, mit wenig Personal und in kurzer Zeit so viel wie möglich Bäume zu fällen, wurde das ökologische Ansehen des Waldes in der Hektik der Zeit total vergessen.

Ein ähnlicher Kahlschlag findet derzeit in der sehr gut geführten Neuffener Maschinenfabrik statt, wo wieder 150 Stellen gestrichen werden sollen. Auch hier ist festzustellen, dass immer mehr renommierte Papierfabriken in Europa ihre Tore schließen, weil durch verschiedene Speicher und Kommunikationstechniken die zukünftige Generationen nicht mehr Papier, sondern eher weniger als zur Zeit verbrauchen werden. Zudem werden alle zur Papierherstellung und Verarbeitung hergestellten Maschinen immer breiter und vor allem schneller mit weniger Personal wegen der Wirtschaftlichkeit und ihrer dadurch besseren Rendite. Wenn man diese allgemeinen Verfahrensweise hauptsächlich in Europa fantasievoll weiterdenkt, waren es gestern die Autos, heute der Wald und das Papier und irgendwann in der Zukunft auch der Mensch, was nutzlos im Wege stehen wird. Darum wird in Zukunft weniger unterm Strich mehr sein.

Leserbriefe

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