Leserbriefe

Patriot Biedermann

28.09.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Leserbrief Biedermann-Patriotismus vom 22. September. Man muss bei diesem Brief annehmen, dass der Verfasser wohl Augenzeuge bei den Vorfällen in Mügeln war. Damit kann ich allerdings nicht konkurrieren, denn ich beziehe meine Kenntnisse nur aus der seriösen Tagespresse.

Schlagzeilen wie Fremdenfeindlichkeit und Nazi liegen zwar im Trend, sind aber für eine realistische Berichterstattung untauglich. Auch sollte man den Unterschied zwischen Ursache und Wirkung so genau differieren, wie es bei der soliden deutschen Rechtsprechung üblich ist. Ich halte es mit dem niederdeutschen Sprichwort: Eene Red ist keene Red, man muss sie hören alle beed! Das sollte auch für das Städtchen Mügeln gelten.

Der ironisierte Patriotismus hat viele Gesichter, von der Gleichgültigkeit bis ins Extreme. Manche geben ihn schon beim Verlassen des Stadions wieder ab, bei Hitzköpfen und Heißspornen wird er gefährlich; auch das Beispiel von den beiden Seeleuten, die bei der Selbstversenkung ihres Bootes in der Geltinger Bucht mit auf Tiefe gingen, kann nicht verallgemeinert werden.

Aber der bespöttelte Biedermann-Patriotismus ist in seiner reifen Ausgeglichenheit der Kitt zwischen den Generationen und Garant für den Fortbestand der Nation. Trotz jahrhundertelanger Kleinstaaterei hat dieser geschmähte Biedermann das Bewusstsein an ein gemeinsames Deutschland erhalten. Leider haben in unserer neuen Zeit starke Interessenverbände rücksichtslos gegen das Gemeinwohl verstoßen.

Von dem Pamphlet gegen die Regierung distanziere ich mich ausdrücklich. Es stimmt allerdings, dass Granatenfehler gemacht wurden und werden. Von einer idealen Regierung sind wir meilenweit entfernt. Wo wir einst Spitzenplätze belegt haben, sind wir heute fast Schlusslicht. Aber wir haben in freien Wahlen diese Regierungen gewählt und müssen sie so akzeptieren. Leider ist unser Staatsschiff mit 1,5 Billionen Schulden bis über die höchste Lademarke weit überladen und kaum mehr manövrierfähig. Trotzdem besitzt dieses Land noch große Vorzüge, zum Beispiel das Recht der freien Meinungsäußerung, sonst könnten diese Leserbriefe nicht geschrieben werden.

Leserbriefe

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