Leserbriefe

Papst und Transsexuelle

30.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Renée-Maike Pfuderer, Nürtingen. Pünktlich zu Weihnachten hatte nun Papst Benedikt sein Coming out. In seiner Rede zum Jahresende vor seinen Kurienkardinälen setzte er sich mit der Gender-Theorie auseinander. Wörtlich sagte er: „Was häufig mit dem Wort ,Gender‘ gesagt und gemeint wird, läuft letztlich auf eine Selbstemanzipation des Menschen von der Schöpfung und vom Schöpfer hinaus. Der Mensch will sich selbst erschaffen und ausschließlich und allein selbst um das kümmern, was ihn betrifft.“ Was bedeutet dies nun für uns Homo- und Transsexuellen? Wir haben uns ja nicht aus eigenem Willen als lesbische Frau, schwulen Mann oder gar als transsexuellen Menschen erschaffen, nein, wir wurden so geboren und sind somit aus christlicher Sicht auch ein Bestandteil der Schöpfung. So es uns bei solchen Meinungsäußerungen einer leitenden Person einer großen Kirche noch gestattet sein sollte, uns als Menschen oder gar Christen zu bezeichnen.

Leider mussten wir mit einem solch homophoben Anfall seitens des Vatikans ja rechnen, denn es ist noch nicht lange her, dass sich ausgerechnet der Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen gegen eine Resolution aussprach, die die Verfolgung homosexueller Menschen ächtet. Weiterhin sprach Benedikt in der zitierten Rede davon, dass wir transsexuellen Menschen ein „Fall“ für die Seelsorge seien. Hier stimme ich dem Papst sogar zu! Seelsorge kann für uns homo- und transsexuelle Menschen wie für alle Menschen durchaus wichtig sein, jedoch nicht zur Heilung von unseren „Neigungen“, sondern dafür, dass wir unser Leben offen und unangefeindet leben können, wie es eben ist. Der Segen der Kirche kann uns dabei sicher nicht schaden.

Leserbriefe

Großer Forst und die Wahlen

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Neuer Bauabschnitt sorgt für neuen Stau“ vom 21. Mai. „. . . zwischen Bahnhof und Nordtangente ging heute gar nichts mehr“. Man Stelle sich vor, Hugo Boss hätte doch auf dem Großen Forst gebaut und seine LKW-Flotte quält sich zusätzlich durch den Stau über…

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