Leserbriefe

Opfer für wen?

11.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Gabriele Fitzner, Wendlingen. Zum Artikel Galerieverein begrüßt Aufschub bis 2010 vom 7. Juli. Erneut wird behauptet, die Galerie würde für den Treffpunkt Stadtmitte verkauft werden. Diese Behauptung ist falsch. Die Wahrheit erschließt sich nur dadurch, dass man die Galerieentscheidung in einem größeren Zusammenhang sieht. Es stimmt, dass im Rahmen der Vorhaben Sportauslagerung und Stadthaus Geldnot vermutet wurde. Es stimmt, dass die Mehrheit des Gemeinderates (abgekürzt GR) die Großprojekte nur zusammen als Paket verhandeln und entscheiden wollte. Dieses Zusammenschnüren und Koppeln hat manchem (mir zum Beispiel) nie gefallen aber Demokratie ist Mehrheitsentscheidung. Richtig ist, dass zur Finanzierung die frei werdenden Objekte verkauft werden sollen (Volkshochschule und TiK werden durch Verlagerung ins neue Haus überflüssig, ebenso die alten Sportanlagen durch Auslagerung). Es stimmt, dass dieses Geld nicht ausreicht und Rücklagen (deren Wendlingen zum Glück reichlich besitzt, die andererseits fürs Freibad gebraucht werden) aufgelöst werden müssen.

Es stimmt, dass die Idee, letztlich auch die Galerie zur Finanzierung zu verkaufen, von jenen Mitgliedern des GR kam, deren Priorität nicht die Kultur ist. Es stimmt auch, dass diese Vorschlagenden Finanzsicherheit und damit den Galerieverkauf zur Bedingung gemacht haben, dass sie für die Großprojekte stimmen und damit eine Mehrheit ermöglichen. Auch diese Kopplung hat manchem nicht gefallen, aber ohne Kompromissbildung wäre wieder nichts geschehen, immerhin wurde jetzt endlich nach jahrelangem Hin und Her und Stillstand der Weg für eine Bebauung frei, die für über 1000 Schüler und über tausend Vereinssportler bessere Sportmöglichkeiten bringt, für über 1000 Mitglieder der Musikvereine und 600 Wendlinger Musikschüler die ersehnten Üb- und Auftrittsmöglichkeiten und für alle Bürger auch die Mitglieder des Galerievereins ein Veranstaltungszentrum schafft.

Durch Wirtschaftsaufschwung hat der finanzielle Druck nun nachgelassen. Mehrkosten (zirka eine halbe Million Euro) durch Geothermie und Photovoltaik im Bereich der Sportanlagen wurden energiebewusst vor Kurzem beschlossen, eventuell werden sie auch (kleiner) in der neuen Stadtmitte eingesetzt. Warum das neue Geld nicht gleich für die Galerie verwendet wurde? Andere Dinge sind eben wichtiger oder werden für wichtiger gehalten. Der GR muss abwägen und jeder setzt Prioritäten nach Sachzwang, Informationsstand und Überzeugung. Wer welche Prioritäten setzt, ist zum Teil seit Jahren, auch bei der Wahl, bekannt. Wem also würde die Galerie geopfert wenn es so weit kommt? Dem Stadthaus ebenso wenig und ebenso viel wie den Sportanlagen, ebenso wie der umweltfreundlichen Energiegewinnung (im weiteren Sinn auch dem Freibad oder der Bürgerschaft)? Eine Konkurrenz Musik gegen bildende Kunst aufzubauen ist kurzsichtig und inhaltlich falsch.

Leserbriefe

Großer Forst und die Wahlen

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Neuer Bauabschnitt sorgt für neuen Stau“ vom 21. Mai. „. . . zwischen Bahnhof und Nordtangente ging heute gar nichts mehr“. Man Stelle sich vor, Hugo Boss hätte doch auf dem Großen Forst gebaut und seine LKW-Flotte quält sich zusätzlich durch den Stau über…

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