Leserbriefe

Nürtinger Liste/Grüne sind nicht alle grün

27.01.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Kampf gegen das Rasenmäher-Prinzip“ vom 21. Januar. In Parteinamen steht S meist für sozial und D meist für demokratisch. Im Grunde verwandte Begriffe. Deshalb wird es Stadtrat Jan Brodbeck verschmerzen, wenn ihn die lokale Presse versehentlich der CSU statt der CDU zugeteilt hat. Von anderem Kaliber ist die permanente Verkürzung der Fraktion „Nürtinger Liste/Grüne“ auf „Die Grünen“. In unserer Fraktion besitzen nur drei von acht Mitgliedern das Parteibuch einer Partei.

Die Vertreter der Nürtinger Liste/Grüne knöpfen sich vor anstehenden Entscheidungen die nötigen Gesichtspunkte minutiös vor, recherchieren, prüfen, diskutieren und wägen ab. Dies ist das Markenzeichen unserer kommunalpolitischen Vernunft, die weder einem Parteiprogramm noch einer Klientel verpflichtet ist, sondern dem Sachverstand unserer Mitglieder, unserer Ehrlichkeit und unserem sozialen Gewissen.

In den jüngsten Ansiedlungsdebatten ist dies deutlich geworden. Beim Thema „Großer Forst“ haben die Stadt und eine Mehrheit des ehemaligen Gemeinderats manche nötigen Gesichtspunkte ausgeklammert oder geschoben. Deswegen haben wir gebremst – und Recht behalten. Beim Thema „Biogasanlage“ jedoch ist kein Aspekt außen vor geblieben. Stadtwerke, Stadträte, Verbände und Fachleute haben monatelang mit den Bürgern kontrovers diskutiert. Von unseren Vorbehalten blieb nicht viel übrig. Deshalb votieren wir für die Chance einer nachhaltigen, regenerativen Energiegewinnung. Entscheiden können wir die Sache letztlich aber nicht selber. Wir können nur politisches Gewicht erzeugen. Deshalb werden Vorwürfe, wie sie auch an mich telefonisch erhoben werden, weder der Partei der Grünen noch meiner Verpflichtung für eine ungeheuchelte Kommunalpolitik gerecht. Nach wie vor werde ich – genauso wie meine Kolleginnen und Kollegen – für eine ehrliche Debatte und für flexible Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen geradestehen. Auch wenn es immer wieder heißt „Sie als Grüner müssten doch meine persönliche Ansicht durchsetzen; schließlich habe ich Sie gewählt!“.

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