Leserbriefe

Nach den Wahlen: Lachen oder weinen?

31.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Haben die Deutschen das Lachen verlernt – oder das Gedächtnis? Da stellt sich der Innenminister hin und erklärt mit der gewohnten Siegermiene, er bedaure den Rücktritt der Bundeskanzlerin vom Parteivorsitz – und keiner lacht! Hat er nicht über lange Zeit hin mit massivem Gezänk genau diese Bundeskanzlerin bekriegt? Oft genug mit arg wenig Anstand und Respekt. Hat er nicht mit seinen Attacken über Monate hin die Arbeit der Koalition, der er doch eigentlich selber angehört, gejagt – und ihren Ruf mit unnachahmlichem, letztlich unsinnigem Gezänk nachhaltig beschädigt? So lange, bis nahezu ganz Deutschland diese Koalition für zu schwach, ja fast für lächerlich hält?

Und wenn nun sein Hauptangriffsziel einen Teil seiner Macht abgibt, dann kommt: „Ich bedaure das!“. Und niemand lacht. Aber vielleicht ist das ja auch eher zum Weinen. Ist Deutschland so weit gesunken?

Und Frau Merkel hat sich nahezu wehrlos beschädigen lassen: dafür muss sie jetzt wohl schrittweise abtreten. Und ein Seehofer bedauert. Ha, ha, ha!

Ähnlich traurig, oder soll man besser sagen ähnlich lächerlich, das Auftreten der SPD. Seit etwa einem Jahr hört man von ihr in einer endlosen Dauerschleife: „Wir wollen . . ., wir werden . . .“ – und dann kommt eine schier endlose Reihe von hohen Zielen, über die gesprochen werden wird. Bemerkt denn niemand diese immer gleiche Ansage, auf die nichts folgt? Erinnert sich niemand, diese immer gleiche Masche schon oft genug gehört zu haben? Auch da lacht niemand. Oder sollte man weinen über die einst mit Recht stolze Partei, die jetzt schuldhaft sinkt und sinkt? Lachen oder weinen? Und was schlägt Frau Nahles bei jeder ihrer Reden frohgemut und unermüdlich vor? „Wir werden jetzt gründlich an der Erneuerung der Partei arbeiten!“ Ha, ha, ha!

Beides ist eigentlich, wenn man an Deutschland denkt, eher traurig. Nur die AfD hat Grund zur Freude – alles arbeitet ihr zu.

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