Leserbriefe

Multikulti

14.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans-Georg Kreß, Nürtingen. Dem Wort cultivare (Land) bearbeiten, urbar machen, (Sitten, Methoden) verfeinern, sorgsam pflegen liegt ursprünglich das lateinische Wort colere (colui, cultum) (be)bauen, pflegen zugrunde. Der Begriff cultura aus der Agrarwelt wurde jedoch von Beginn an in zweisinniger Weise aufgefasst. Mit Kultur ist also gleichbedeutend die Pflege der Mutter Erde wie auch die Pflege des Körpers und des Geistes gemeint.

Keine einzige kulturelle Entwicklung ging jemals monokulturell vor sich. Bestes Beispiel ist unsere wunderschöne deutsche Sprache. Sie ist entstanden, weil Kulturen sich gegenseitig durchdrungen haben. Und noch immer geht dieser Prozess sprachbildend vor sich. Ich freue mich, in diesem, einem bunten Blumenstrauß gleichenden Sprach-Gebilde immer wieder fremde, längst aber eingedeutschte Idiom-Farbtupfer zu entdecken (und könnte über die wahrlich besonders deutschen Worte wie privilegierte Partnerschaft eigentlich schmunzeln, würde die Sache nicht an Rassismus grenzen!).

Die Nachkriegsverhältnisse brachten den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen auch (nicht ohne Komplikationen) in diese Region mit sich. Diese Menschen können als die ersten Gastarbeiter bei uns angesehen werden. Sie reichten jedoch nicht; andere, weitere Arbeiter verschiedenster Nationalität wurden angeworben. Sie kamen und schufen zusammen mit uns ein anderes, vielfältigeres kulturelles Klima. Unser Stadtbild ist dadurch farbiger, fröhlicher und auch reicher geworden. Leider haben manche bisher verweigert, sich mit den anderen multikulturellen Verhältnissen auseinanderzusetzen. Das vielbeschworene Christliche Menschenbild kann nicht für nur wenige gelten; es ist universell und wird auch immer wieder und immer noch so vertreten. Im Alltag wird diesem Bild nur wenig entsprochen. Am kommenden Samstag kann man auf dem Allerweltsfest diese multikulturelle Buntheit erleben.

Leserbriefe

Manchmal macht googeln schlauer

Sem Schade, Wendlingen. Zu den Leserbriefen „Der deutsche Weg zum Klimaschutz“, und „Blauäugig oder einfach böse?“ sowie „Boris Palmer ist für mich kein Rassist“ vom 18. Mai. Man kann sich ja über den Konzern Google streiten, in puncto Recherche ist er aber unser Freund. Man kann sich in…

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