Leserbriefe

Klagelied über den Galgenberg

06.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Barbara Dürr, Nürtingen. Zum Artikel „Ab jetzt gibt’s Wasser aus dem Schwäbischen Meer“ vom 26. September. In dem Artikel über die Eröffnung des Hochbehälters „Auf Hochem“ wird der Leiter der Stadtwerke zitiert, dass bei dem Bau der Trasse vom Geigersbühl zum Galgenberg auf, sofern vorhanden, seltene Tierarten Rücksicht genommen worden und dem Artenschutz Rechnung getragen worden sei. Diese Äußerung nehme ich zum Anlass, es zu beklagen, was mit Genehmigung durch die Verwaltung der Stadt und der Behörden mit und auf dem Galgenberg passiert.

Welche seltenen Tierarten können denn noch beobachtet und berücksichtigt werden? Seit Jahren erleben wir eine Ausnutzung der weiten Ackerflächen für großflächigen Anbau von Erdbeeren, Spargel und Mais und Zwischenanpflanzungen. Das erfordert den Einsatz von schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen, von Menschen, die in der Pflanz- und Erntezeit mit Omnibussen auf die Hochfläche gefahren werden, es wird gedüngt, es werden Unkraut- und Schädlingsbekämpfungsmittel gespritzt – kurzum, die Hochfläche wird so intensiv bearbeitet, dass die Vielfalt der dort früher anzutreffenden Tiere nicht mehr vorhanden sein kann.

Aber dafür gibt es jetzt Pferde auf einem weiträumigen Reiterhof! Eine traumhafte Kulisse für die schönen Tiere, wenn sie auf den weiträumigen Koppeln stehen gegenüber dem Panorama der Alb. Dafür mussten große Bodenflächen versiegelt werden, musste ein weiträumiger Parkplatz geschaffen werden für die Autos der Menschen, die den Reiterhof nur mit ihren Pkw, häufig mit Anhängern, erreichen. Sie benutzen Wege, die nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben sind.

Spaziergänger, mit und ohne Kinderwagen, Walker, Jogger müssen den häufig nicht einmal das Tempo drosselnden Autos irgendwie ausweichen. Ist es nicht eine Frage des Ordnungsamtes, für eine geregelte Zu- und Abfahrt des Reiterhofes zu sorgen? So viel, mehr oder weniger in Stichworten, zu der Ausbeutung der Galgenberghochfläche. Dass Jugendliche, die sich an der Linde auf dem Galgenberg zum nächtlichen, dröhnenden Feiern treffen, absichtlich die leeren Flaschen zerschmettern und den Boden mit Scherben übersät zurücklassen, ist ein anderes Thema.

Schließlich aber noch eine Anmerkung, ausgelöst durch den Artikel „Impulse für den Galgenbergpark gesucht“: Gerade ist der Runde Tisch zur Bebauung des Wörth-Areals mit Ach und Krach, großer Enttäuschung und Unmut mehr oder weniger im Neckar baden gegangen, da zieht OB Heirich die nächste Karte zum angesagten Thema „Bürgerbeteiligung“. Anstatt die vielfältigen Vorschläge zum Wörth-Areal ernst zu nehmen, wird mit der Eröffnung einer neuen Spielwiese von der massiven Kritik abgelenkt, die das Verfahren mit dem Wörth-Areal ausgelöst hat.

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