Leserbriefe

Hatte Herr Mohr Kundenkontakte?

13.01.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rudy Bienert, Nürtingen. Zum Artikel „Schwere Vorwürfe vom Ex-Vorstandsvorsitzenden“ vom 11. Januar. Es ist ein interessanter Schachzug vom Ex-Vorstand Axel Mohr, kurz vor der Vollversammlung eine Aktion zu starten und zu versuchen, den Schwarzen Peter loszuwerden. Es stellt sich doch die Frage, aus welchem Grund diese Aussagen von ihm nicht schon vor seinem Abgang abgegeben wurden.

Wenn es heute als inkonsequent gilt, Arbeitsplätze zu erhalten – wohlgemerkt bei finanziell guter Situation –, muss die Frage erlaubt sein, ob in diesem Business die Moral noch vorhanden ist. Große Banken haben die Frage schon beantwortet. Dass dieses Gehabe nun von Yuppie-Managern auch in Genossenschaftsbanken eingebracht werden soll, ist auf der einen Seite zwar verständlich, andererseits völlig inakzeptabel.

Die meisten Kunden der Volksbanken verdienen ihr Geld ehrlich mit ihrer Hände Arbeit und geben es vertrauensvoll in die Hände der doch wohl lange bewährten Volksbanken und Sparkassen. Diese Kunden wandern nicht ab zu spekulativen Privatbanken, die mit immensen Zinszahlungen werben. Nein, sie bleiben bei der ihnen vertrauten Bank.

Hier stellt sich wieder eine Frage: Weshalb? Die Antwort liegt nahe. Zwischen den Kunden und der Bank hat sich über lange Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Und genau dieses Verhältnis macht meines Erachtens eine Bank wie die Volksbank erfolgreich. Vielleicht nicht kurzfristig mit hohen Gewinnen, dafür langfristig mit einem soliden Kundenstamm.

Hat ein Vorstandssprecher wie Herr Mohr sich jemals um direkte Kundenkontakte bemüht oder sich lediglich mit den Zahlen und Gewinnen befasst? Selbstverständlich muss eine Genossenschaftsbank wie ein Unternehmen geführt werden. Daran besteht kein Zweifel. Von Verlusten kann niemand leben.

Persönlich empfinde ich es als massive Beleidigung, Herrn Helber und Herrn Kuhn „Unterlassertum“ vorzuwerfen, weil sie Arbeitsplätze und Kundennähe erhalten. Das Gegenteil ist der Fall. Herr Helber und Herr Kuhn zeigen für mich die notwendige Manager-Courage, die heute nicht mehr oft zu finden ist. Hier ist meines Erachtens Respekt angesagt. Es ist wünschenswert, mehr solche Geschäftsführer zu haben.

Mit Bedauern stelle ich fest, das ein gesamter Aufsichtsrat seinen Rücktritt erklärt. In glorreichen Zeiten schmückt man sich gerne mit Lorbeeren. Fehler einzugestehen ist dagegen nicht einfach – zeugt jedoch von Stärke und Moral. Einfacher und heute schon normal ist es, sich der Verantwortung zu entziehen und zurückzutreten.

Den Aufsichtsräten und dem Ex-Vorstand würde es nicht schaden, sich an den sehr engagierten und motivierten Mitarbeitern ein Beispiel zu nehmen. Sie sind es, die die Kunden bei der Stange halten und den Erfolg der Bank gewährleisten. Diese Tatsache dürfen auch die Oberen nie vergessen.

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