Leserbriefe

Halloween und andere schreckliche Monster

31.10.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raul Guerreiro, Nürtingen. Zum Artikel „Im Herbst gruselt es so schön“ vom 23. Oktober. Das heidnische und unchristliche „Halloween“ hat über Jahrhunderte mehrere verworrene Metamorphosen zwischen Nordeuropa und Amerika erlebt. Heute ist es unter uns in Deutschland lediglich ein fremdes und business-orientiertes Importprodukt aus der materialistischen westlichen Zivilisation. Beschämend für die mitteleuropäische Kultur ist der spiritistische Charakter, der es seit Langem hinterlistig durch dunkle Interessenkreise ganz nah zu der christlichen Adventszeit gebracht hat. Statt eine seelische Friedenskultur zu pflegen, verbreitet dieser unsinnige „Gruselspaß“ eine nebulöse und irrationale Angstatmosphäre, die heute schon krankhafte kollektive Wesenszüge übernommen hat.

Nicht nur Halloween, als ein beinahe karnevalistisches Fest aus fremden Ländern, hat sich durch die Digitalwelt so gewaltig verbreitet, dass die Konsequenzen nicht mehr von Eltern und Erziehungsbeauftragten kontrollierbar werden. Ein ähnliches angstpropagierendes und groteskes Motiv wie Halloween hat sich in den letzten Monaten zum Beispiel über WhatsApp und Geheimtelefonnummern unter Kindern ungesichert verbreitet. Die friedliche Hauptfigur „Momo“ des berühmten Autors Michael Ende wurde pervers in einen bösen übernatürlichen Geist deformiert und erschreckt massenweise über Smartphones Kinder in Deutschland und weltweit. Ähnlich wie in der halloweenischen Angstkultur vor dämonischen Wesen, Totengeistern und ähnlichem Unsinn, werden Kinder massenweise per digitalen Kettenbriefen bedroht (so die Botschaft): ein Mädchen-Vogel-Monster würde sie um Mitternacht besuchen und sogar töten, wenn sie die Nachricht nicht an 20 Empfänger weiterleiten. Solche bösartigen Inhalte stehen jetzt frei per Smartphone für Millionen von Kindern zur Verfügung.

Das geschieht vor allem dank der Ignoranz und Unverantwortlichkeit von Erwachsenen, die gerne das elektronische Wundergerät oft demonstrativ zum Geburtstag- oder Weihnachtsgeschenk machen – auch für Minderjährige. Die Resultate dieser Kampagne von Angst und Schrecken bleiben zuerst im Unterbewusstsein unsichtbar, aber Kinderpsychiater und -ärzte schlagen schon Alarm, so auch Polizei und Familienministerien, die in solchen Ereignissen wie dem Momo-Monster die Gefahr einer ernsten kollektiven psychischen Erkrankung von Kindern erkennen.

Was möchten wir also mit „Halloween“ pflegen? Eine widersprüchliche nervliche Vorbereitung für ein liebevolles Advent und Weihnachten?

Leserbriefe

Den Geschädigten Kraft wünschen

Erhard Springer, Wendlingen. Zum Artikel „Er sagte, ich solle keine Angst haben“ vom 12. April. Danke Matthäus Klemke und der Nürtinger Zeitung für die Veröffentlichung der schockierenden Geschichte zu einem weiteren mutmaßlichen Missbrauchsskandal sowie dessen zeitverzögerter Verfolgung durch…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe