Leserbriefe

Gender-Nebel-Sprache

03.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gabriele C. Kapp, Unterensingen. Zum Artikel „Junge Leute greifen häufiger zur Waffe“ vom 26. Februar. Während auf der Titelseite davon die Rede ist, dass „junge Leute“ häufiger zur Waffe greifen, ist in der Kolumne wieder mal von den ewigen Klischees der „Putzfrau“ die Rede, während es sonst an der Schule offensichtlich nur „Schüler“ gibt. Unsere Gesellschaft ist in Not, die unsäglichen Missbrauchs-Selbstmord-Gewaltopfer-Pornografie-Sucht-beliebig-fortsetzbar-Zahlen zeigen es deutlich. Immer handelt es sich um Menschen, die von einer Frau, dadurch Mutter, einmal in einem neunmonatigen Prozess, wahrscheinlich voller Hoffnung und Freude, in die Welt gebracht wurden. Diese neue Gender-Verschwurbelungssprache soll wohl die wirklichen Zustände verschleiern. Sie ist nicht geeignet, Klarheit und damit Lösungsansätze in die zunehmende Gewalttätigkeit unserer Jungs und Männer nach außen und die zunehmende Selbst-Zerstörung unserer Frauen und Mädchen (einschließlich Schönheitswahn-OPs) gegen sich selbst zu bringen. Immer werden weibliche Sozialkompetenzen von den Männern sprachlich mitgegeben, während Mädchen niemals von männlichen Sprachübergriffen profitieren.

Es ist längst zu viel, was unsere Mädchen jeden Tag auf dem Schulhof und den Medien frauenidentitätsbildend hören: Tusse, Tucke, Schlampe und noch Schlimmeres. So wenig wie die Mädchen haben unsere Jungs durch die Abwertung der Weiblichkeit auf der rituellen, sozialen und ökonomischen Ebene eine Chance, diesen mit bis zu 6000 Genen größeren Anteil ihrer Persönlichkeit positiv in sich zu integrieren. Hier liegt aber auch die große Chance: Die Wertschätzung des Weiblichen und seiner Potenz und Kompetenz in jedem Menschen ist sicher der schnellste und zuverlässigste Weg, das gesellschaftliche Klima radikal in ausgewogene Menschlichkeit hin zu verändern, wie wir es aus den wenigen verbliebenen matriarchalen (also herrschaftsfreien) Gesellschaften kennen. So also: Do we can?

Leserbriefe

Jeder darf seine Meinung äußern

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Respekt gehört zur Demokratie“ vom 7. März. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Demokratie. Leider ist dem nicht so, wie sich Herr Reinhardt Demokratie vorstellt. Sonst hätten die vielen, die im Kampf für die Demokratie alles einsetzten,…

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