Leserbriefe

Für gebührenfreie Universitäten

18.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Heinrich Freer, Nürtingen. Es ist eine interessante Taktik von Frau Schavan, sich um ihr politisches Ressort zu kümmern und auch einmal wieder in Erscheinung zu treten, nachdem sie sich bei der Integrationsdebatte ja in keiner Weise öffentlichkeitswirksam zeigte – obwohl Bildung und die Sicherung des Auskommens der Eltern für eine erfolgreiche Integration notwendig sind. Leider tritt Frau Schavan ins Fettnäpfchen Nummer eins, welches sich ihr darbietet, und stößt mit ihrem Vorstoß zur Gründung von sogenannten Bundesuniversitäten nur heiße Luft für die vielen Studieninteressierten vor sich her: Letzten Endes möchte sie mit der Förderung von „leistungsstarken Universitäten“ nur eine Elitebildung im Hintergrund fördern, während Schulgebäude marode werden und das dreigliedrige Schulsystem in seiner selektiven und ungerechten Form weiterhin eine Bildungsgerechtigkeit in Deutschland unmöglich macht.

Auch heute müssen Eltern es sich zweimal überlegen, ob sie ihr Kind ans Gymnasium schicken – wo es die meisten Chancen haben müsste nach der Logik des bisher vorhandenen Schulsystems: Nachhilfe, zusätzliche Literatur und Schulausflüge sind bei klammen Familienhaushalten, insbesondere bei Alleinerziehenden oder mit Hartz IV aufstockenden Vollzeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern, nicht zu finanzieren. Auch die sogenannten Bildungsgutscheine, die Frau von der Leyen vorschlägt, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ohne große Wirkung. Es ist an der Zeit, das Recht auf Bildung nach dem „Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ (auch UN-Sozialpakt genannt) zu verwirklichen und die Unentgeltlichkeit des Studiums gesetzlich festzulegen statt sich mit Eliteförderung zu beschäftigen und dabei gleichzeitig die durch die UN festgeschriebenen Vereinbarungen zu umgehen. Wir brauchen gebührenfreie Universitäten und ein einheitliches, für alle zugängliches Bildungssystem von Mecklenburg-Vorpommern bis Baden-Württemberg!

Leserbriefe

IS-Mitgliedschaft als Schutzargument

Bernd Hummel, Nürtingen. Zum Artikel „Flüchtlinge zeigen sich vermehrt selbst an“ vom 16. April. Die Absurditäten nehmen eine neue Stufe an: „Ich war beim IS und darf in Deutschland bleiben“ und genieße besonderen Schutz. Was wir aber dazu dringend brauchen, ist eine neue Stelle im Bundestag,…

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