Leserbriefe

Fahrverbot und Ölheizungen

06.04.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Matthias Kohn, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Land plant mit ersten Diesel-Fahrverboten im Januar“, vom 23. März. „[. . .] Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“ – irgendwie wurde ich an diesen Satz von Walter Ulbricht erinnert, als die Nürtinger Zeitung über die bereits in der Schublade des Landesumweltministers befindlichen Pläne bezüglich Dieselfahrverbote ab Januar berichtet hat. Die beiden „Winfriede“ unserer Landesregierung haben keine Zeit verstreichen lassen, um mitzuteilen, dass sie alles daransetzen wollen, dass Dieselfahrverbote im Talkessel vermieden werden können. Und nun gibt es Pläne, wonach das gesamte Stadtgebiet zur dieselfreien Zone erklärt werden soll. Hier baut der Landesumweltminister eine „Antidieselmauer“ um Stuttgart auf, die er Wochen zuvor angeblich umgehen wollte.

Zwischen Walter Ulbrichts Dementi und dem Beginn der Berliner Mauer lagen knapp zwei Monate. Winfried H. aus S. ist da deutlich schneller. Am 27. Februar sagte er in einem Interview gegenüber den Stuttgarter Nachrichten, dass das Regierungspräsidium erst mal die Luftreinhaltepläne überarbeiten muss und dann wird weiter entschieden. Noch nie war Politik so schnell „im Westen“, dass bereits nach einem Monat konkret klingende Pläne vorgelegt werden können. Hat besagter Winfried Hermann doch bereits vor den Verhandlungen in Leipzig ausarbeiten lassen?

Was an der ganzen Sache noch interessant werden wird, ist die Frage, wer den Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger erklärt, dass sie ab Januar 2019 nicht mehr warm duschen können oder die Wohnung heizen können – natürlich betrifft das nur die, die eine Ölzentralheizung haben. Oder verursacht das gleiche Medium mit anderem Namen (Diesel-Heizöl) kein NOX? Wir sollten uns wohl wieder an den „Geheimtipp“ des Landesverkehrsministers erinnern und versuchen, unsere nun wertlosen, wenngleich jungen Dieselfahrzeuge auf die Schwäbische Alb, nach Sachsen-Anhalt oder in Küstennähe zu verkaufen. Oder waren es andere Orte?

Leserbriefe

IS-Mitgliedschaft als Schutzargument

Bernd Hummel, Nürtingen. Zum Artikel „Flüchtlinge zeigen sich vermehrt selbst an“ vom 16. April. Die Absurditäten nehmen eine neue Stufe an: „Ich war beim IS und darf in Deutschland bleiben“ und genieße besonderen Schutz. Was wir aber dazu dringend brauchen, ist eine neue Stelle im Bundestag,…

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