Leserbriefe

Es kommt immer auf den Standpunkt an

16.11.2019 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kuno Giesel, Nürtingen. Zum Artikel „Wir starten eine Bewegung“ vom 6. November. „Vertrauen kann nur entstehen, wenn professioneller Journalismus es sich verdient“ – das hätte ich mir im Fall „Hetzjagd in Chemnitz“ gewünscht. Bis heute wird immer wieder noch von Hetzjagden gesprochen – obwohl es nur ein einziges, circa 19 Sekunden langes Video gibt, welches dies unterlegen soll. Die ganze Welt stützt sich auf dieses eine Video, welches auch für Frau Merkel der Anlass zu dieser Aussage war. Nur, wer im Internet recherchiert hat, konnte herausfinden, dass zuvor die Demonstranten von den zwei Migranten angepöbelt wurden und man deshalb die beiden „nur“ vertrieben hat – keine länger andauernde „Hetzjagd“ stattgefunden hat. Es sollte einen auch verwundern, dass im Zeitalter der Smartphones und bei all der anwesenden Presse kein weiteres Video diese angeblichen Hetzjagden unterlegen kann. Es gibt nur vereinzelt kurze Videos, wo zum Beispiel von den Demonstrierenden „störende“ Linksextremisten vertrieben wurden oder auch „unbeliebte“ Pressevertreter, weil man „unsaubere“ Berichte fürchtete – was sich ja später wohl bestätigt hat.

Es gab keine länger andauernden Hetzjagden. Hetzjagd klingt aber besser im Zeitalter des Populismus? Der damalige Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen, der als eine der wenigen „Persönlichkeiten“ diese Hetzjagden anzweifelte, keinen Beleg dafür sah und der Kanzlerin widersprochen hatte, musste dafür sogar seinen Posten räumen. Was nicht sein darf, darf nicht sein? Fürchteten sich alle anderen, der Kanzlerin zu widersprechen?

Besseren Journalismus hätte ich mir auch bei den Morddrohungen der Grünen-Politiker gewünscht. Keine Frage, das Thema ist ernst zu nehmen. Es wird aber wieder einmal „missbraucht“, um gegen die AfD Stimmung zu machen; kein Wort darüber, dass auch andere Politiker, besonders unter der AfD, schon Morddrohungen bekommen haben, auch diese Politiker in der Öffentlichkeit nur noch mit Personenschutz unterwegs sind (so wie teilweise auch deren Kinder) und bei öffentlichen Auftritten mit schusssicherer Weste auftreten. Wo bleibt hier der professionelle, politisch neutrale Journalismus? Es ist jedoch schön, festzustellen, dass auch langsam über die schon länger existierende linksextreme Gewalt berichtet wird, die auch vor Angriffen auf die Polizei nicht zurückschreckt, und auch hier dringender Handlungsbedarf besteht.

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