Leserbriefe

Ein Gespräch wäre besser

03.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marion und Gerhard Koblenzer, Nürtingen. Zum Artikel „Einschulungsuntersuchungen jetzt ab vier Jahre“ vom 24. Februar. Zum wiederholten Male lesen wir einen Artikel in der Zeitung zur neu eingeführten, frühzeitigen Einschulungsuntersuchung. Wieder ist es eine reine Schilderung von der durch die Politik beschlossenen Vorgehensweise. Wo bleiben die kritischen Stimmen? Die Beweggründe zur Vorverlagerung dieser Untersuchung sind unter Umständen noch nachvollziehbar, aber nicht der Verfahrensablauf. Wir als betroffene Eltern können die Vorgehensweise in diesem Ausmaß nicht akzeptieren. Die Fragebögen sind viel zu umfangreich, die Fragen zum Teil sehr in die Privatsphäre eingreifend, tendenziös und in dieser Ausführlichkeit nicht notwendig, um Schwächen bei den Kindern zu erkennen. Die Daten werden erhoben, ohne dass wir genau wissen, was später damit geschieht.

Unser Einverständnis zur Datenweitergabe bei verschiedenen Stellen soll eingeholt werden, bevor wir wissen, wie die Untersuchung läuft. Hierzu liegen auch kritische Stimmen von Datenschützern vor. Die Vorstellung, ein vierjähriges Kind allein zur Untersuchung zu schicken, wie in den Anschreiben an die Eltern vorgeschlagen, gehört prämiert. Was passiert wirklich nach diesem umfangreichen Check? Es fehlt überall an Personal und Zeit. Wie soll die Förderung denn dann wirklich aussehen? Das „gläserne Kind“ kann nicht gewollt sein, eine Einteilung in Schubladen ist vorprogrammiert. Warum diese aufwendige Datenerfassung mit Auswertung zunächst nur nach Papierlage? Ein Arzt wird das Kind unter Umständen nie zu Gesicht bekommen und urteilt dennoch über dessen Schulfähigkeit.

Ein kurzes Gespräch mit Kind und Eltern würde bestimmt eine objektive Einschätzung erlauben und gegebenenfalls Entwicklungs- und Sprachdefizite erkennbar machen. Nicht umsonst ist diese Form der Einschulungsuntersuchung im Fokus der Kritik von Eltern-, Lehrer- und Kirchenverbänden.

Leserbriefe

Frauenrechte sind Menschenrechte

Ursula Funkenweh, Neuffen. Zum Artikel „Feministinnen, lasst die Frauen in Ruhe!“ vom 8. März. „Frauenrechtlerinnen kämpfen um Aufmerksamkeit – aber nicht mehr für die Sache der Frau“, so lautete die steile These der Redakteurin. Eine Ohrfeige für alle Frauen, die sich einsetzen für…

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