Leserbriefe

Die Vokabeln sind empörend

12.04.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Günter Maier, Unterensingen. Zum Leserbrief „Fehlt der Politik der Bezug zur Realität?“ vom 7. April. Herr Kaßberger äußert sich zum wiederholten Mal öffentlich zum Thema Migration und unterstellt der deutschen Politik in diesem Zusammenhang krasses Fehlverhalten, ja gar die Überlassung Deutschlands als Beute an die anstürmenden Flüchtlingsmassen! Wie Herr Kaßberger zu seinen Einschätzungen kommt, die er mit seinem Sprachgebrauch als allgemeingültig und allein richtig verlautbart, wäre vielleicht eine eigene Auseinandersetzung wert, interessiert uns aber an dieser Stelle nun wirklich nicht. Uns empören vielmehr Vokabeln wie „Bevölkerungsüberschuss“ oder „gutwillige deutsche Ansiedlungs-Unterstützer“ und auch „multiethnisches Volksveränderungsexperiment“.

Nach unserem Empfinden wird hier in niederträchtiger und verächtlicher Weise eine Situation und die dadurch betroffenen Menschen beschrieben, die zwingend eine differenzierte (und menschenfreundliche) Auseinandersetzung erfordert. Dies scheint offensichtlich die Sache von Herrn Kaßberger nicht zu sein. Stattdessen ergeht er sich sprachlich in Superlativen, die nicht mehr zu steigern sind und nur die Rechtmäßigkeit seiner Behauptungen unterstreichen sollen.

Wir schämen uns sehr für öffentliche Meinungsbeiträge dieser Art und bitten stellvertretend alle betroffenen Menschen, die dies gelesen haben, um Verzeihung – Deutschland ist anders!

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