Leserbriefe

Die Stadt und die Finanzen

05.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Nauendorf, Nürtingen. Im OB-Wahlkampf habe nicht nur ich den Eindruck, dass kaum jemand der Kandidaten, außer dem Amtsinhaber, sich den Haushaltsplan der Stadt genauer angeschaut hat. Dann würde man schnell feststellen, dass unsere Stadt zu den steuerschwachen Kommunen zählt. Für das Jahr 2010 betrug die tatsächliche Steuerkraft der Stadt rund 34 Millionen Euro. Der tatsächliche Bedarf des Mittelzentrums Nürtingen liegt aber bei rund 49 Millionen. Die Differenz beträgt also rund 15 Millionen. Das bedeutet, dass wir nicht aus eigener Kraft in der Lage sind, unsere Aufgaben zu erfüllen. Wir haben 2010 fast 11 Millionen Euro Zuweisungen wegen mangelnder Steuerkraft erhalten.

Im Klartext gesprochen: Nürtingen hängt am Tropf anderer Kommunen. Damit dies auch klar ist: Dies ist keine neue Entwicklung, das war in den letzten Jahrzehnten immer so. Ob dies OB Bachofer oder OB Heirich war, es ist immer versucht worden, mindestens diese Entwicklung umzudrehen. Gegen Widerstände ist das Gewerbegebiet „Bachhalde“ durchgesetzt worden. Da hier die Bebauung sehr zögerlich in Gang kam, war der Spott schnell da: „Brachhofers Halde“ tönte es durch die Stadt. Inzwischen sind dort die letzten Grundstücke verkauft oder optioniert, alle an Firmen aus der Region, die erweitern müssen, es an ihren seitherigen Standorten nicht können.

Die Auseinandersetzungen um den „Großen Forst“ beginnen gerade wieder. Die Widerstände hatten sich in der Vergangenheit vor allem an der Boss-Ansiedlung und an der Dimension des geplanten Baues entzündet. Klar ist aber: Es ist das letzte große Gewerbegebiet, das im Regionalplan steht. Es ist wie die Bachhalde auch ein Gebiet des Gewerbezweckverbandes, es ist das letzte genehmigte Gebiet. Die ersten Firmen stehen schon vor der Tür. Ebenso verhält es sich mit Wohngebieten. Der „Gänslesgrund“ und „Wörth östlich“ sind die derzeit einzigen Gebiete, die der Stadt zur Verfügung stehen, Letzteres wird von einem Gewerbegebiet in ein Wohngebiet umgewandelt.

Ich verstehe im Übrigen nicht ganz, warum die Reduzierung auf 80 Prozent Bebauung von den Bürgerinitiativen nicht als ihr Erfolg verbucht wird. Die Stadt ist in den letzten Jahrzehnten mit der Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete aus ökologischen Gründen sehr umsichtig vorgegangen. Aber in unserer Region kann nicht auf jede Bebauung verzichtet werden, denn Verzicht bedeutet Wegzug von Gewerbe und Wegzug von Einwohnern oder die Verhinderung von Zuzug. Diese Politik der Oberbürgermeister ist immer mit mehr oder weniger großen Mehrheiten des Gemeinderates der Stadt unterstützt worden. Diese Stadträte und der Oberbürgermeister treten ein für eine bessere Finanzausstattung der Stadt, für den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Wohn- und Arbeitsplätze. Dies sind wichtige Ziele der Stadtentwicklung. Diese Politik muss fortgesetzt werden.

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