Leserbriefe

Die Religionen

21.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bertram Till, Nürtingen. Zu den Leserbriefen rund um die Religionen. Seit einigen Wochen kursieren einige Leserbriefe in der Zeitung: Islam gegen die Christenheit, katholisch gegen evangelisch. Sieht man denn da keinen Zusammenhang?

Ich bin stolz auf unsere Vorfahren und unsere Gesellschaft, die seit dem Zweiten Weltkrieg hier eine Gesellschaftsordnung manifestiert haben, die von Brüderlichkeit, Nächstenliebe und falls die ersten beiden nicht greifen von einer relativen Gerechtigkeit geprägt ist. Toleranz und die Möglichkeiten, seine Meinung äußern zu können, gehören auch zu den Errungenschaften, die sich Freiheitsdenker seit der Antike obwohl schon angedacht nur wünschen konnten.

Ist unsere Weltengemeinschaft wirklich noch so auf Kindheitsniveau, dass sie, falls es ihnen zu wohl wird, zur Waffe greift und versucht, ihre Theorie von Gott als das alleinig Heilbringende weiterzuverbreiten? Christus hat ganz klar gesagt, dass er das Himmelsreich nicht mit der Waffe schaffen wird. Auch wenn es in der Bibel wie im Koran und anderen Glaubensbüchern Gewalttaten und Gräuel gibt, so ist dies doch eine zentrale Aussage. Dabei ist die Botschaft Christi für mich eine an sich schlüssige Religion, die einfach durch ihre Güte Bestand haben wird. Es ist nicht notwendig, die Botschaft mit Missionsanspruch weiterzuverbreiten, wie einige Kirchen in Stuttgart oder im Ausland dies tun. Ich kann sowohl Teile der evangelischen als auch der katholischen Kirche nicht verstehen, die die Grenzen zwischen sich weiter aufbauen, obwohl sie sich auf das Gleiche berufen. Wie sollen wir Frieden zu anderen Religionen finden, wenn wir nicht mal unsere nächsten Verwandten in ihrem Glauben akzeptieren?

Und genauso wie es einigen von unseren Mitbürgern angst und bange wird, wenn der Islam verbreitet wird, so fühlen sich wahrscheinlich manche Menschen in islamischen Ländern durch Missionare bedroht. Dabei könnte Hilfe in der richtigen Art die größte Tat sein.

Hier in Nürtingen gibt es Beispiele von Menschen aus anderen Religionen, die ihre Religion leben, aber die anderen sein lassen, was sie sind und denken. Wenn wir stolz und zuversichtlich unser Leben leben, dann können uns ein anderer Glauben oder gar Anschläge nichts anhaben. Uns geht es in unserer Gesellschaft gut, genauso wie vielen, die zu uns kamen und unsere Art zu leben wertschätzen.

Noch eine Bemerkung am Ende: Wir können froh sein, dass es Länder und Menschen gibt, die unsere Kulturform mit unserem Konsum ablehnen und auf die Errungenschaften der Technik verzichten. Wo kämen wir denn hin, wenn alle so viele Umweltressourcen benötigen und so die Umwelt verdrecken würden wie wir in unseren christlichen Ländern?

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