Leserbriefe

Die markigen Worte wieder vergessen

23.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wernau. Zum Artikel „Teurer Chefsessel bei der LBBW“ vom 13. Mai. Als zu Anfang dieses Jahres erkennbar wurde, dass die Finanzkrise auch Deutschland nicht verschont, redeten viele unserer Politiker daher, als ob sie alte Attac-Mitglieder wären. Die Einführung einer Steuer auf internationale Finanztransaktionen (zum Beispiel Tobin Tax), die Schließung der Steuerparadiese und „Offshore-Zentren“, das Verbot von spekulativen Derivaten und der hochspekulativen „Hedge-Funds“, strengere Banken- und Börsenaufsicht auch für die sogenannten institutionellen Anleger, die stärkere Besteuerung von Kapitaleinkünften und großen Vermögen – das waren plötzlich keine Tabu-Themen mehr. Inzwischen haben sie ihre markigen Worte wieder vergessen. Außer lauen Absichtserklärungen und „Empfehlungen“ an die Finanzjongleure ist nicht viel passiert. Dem Artikel ist zu entnehmen, dass die Banken in gewohnter Gier und Frechheit weitermachen. Sie verdienen schon wieder Milliarden im Kreditgeschäft. Sie erhalten Geld von der Europäischen Zentralbank, zurzeit mit einem Zinssatz von einem Prozent, und verleihen das Geld dann zu Zinssätzen bis zu vierzehn Prozent wieder weiter. Die Wettbewerbszentrale, eine unabhängige Institution der deutschen Wirtschaft gegen Wettbewerbsverzerrungen, rügt, dass manche Banken Sicherheitsversprechen abgeben, die sie nicht halten können.

Nach Mitteilung des IG-Metall-Landeschefs Hofmann verlangen Banken in den Betrieben, in denen sie an unternehmerischen Entscheidungen mitwirken können, statt Einführung von Kurzarbeit gleich die Entlassung von Mitarbeitern. Nach wie vor kommen sie ihrer Hauptaufgabe, die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen, nicht nach. Dies führt zu weiteren Unternehmenszusammenbrüchen und zu noch mehr Arbeitslosigkeit. Damit haben private Banken in unserem Wirtschaftsleben keine Daseinsberechtigung mehr. Von Tausenden Arbeitern wird heute verlangt, dass sie wegen der Wirtschaftskrise auf einen Teil ihres Lohns verzichten. Die Banken aber erwirtschaften Gewinne, ohne Gegenleistungen an die Allgemeinheit zu erbringen. Man kann deshalb „Die Linke“ nicht tadeln, wenn sie Verstaatlichung der Banken fordert!

Leserbriefe

Warum wurde Freibad nicht früher geöffnet?

Friedhelm Horn, Rotenburg. Zum Artikel „Freibad öffnet Montag“ vom 10. Mai. Der Liebe wegen bin ich fast jedes Wochenende in Nürtingen. Ich bin passionierter Schwimmer und bin von der Qualität des Hallenbades und des Freibades in Nürtingen begeistert. Problem ist nur: Das Freibad ist nicht…

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