Leserbriefe

Die Jugend und der Osten

08.02.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Marion Braun, Oberboihingen. Zum Artikel „Der Glorienschein und der Osten“ vom 7. Februar. Ich stimme Lydia Hofstadt zu: Der Soli-Zuschlag gehört über 20 Jahre nach der Wiedervereinigung abgeschafft. Was jedoch vollkommen falsch ist, ist ihre Aussage, dass die „Kinder des Ostens“ infolge Kinderkrippe und -tagesstätte „ohne Nestwärme aufgewachsen sind und kein richtiges Familienleben kennengelernt haben“.

Ich glaube fast, dass sie gar nicht weiß, wie die Menschen in der ehemaligen DDR gelebt haben. Ich selbst stamme von da und bin bereits vor der Wiedervereinigung in den „Westen“ gekommen. Ich habe zwei Kinder, die in den Kindergarten gegangen sind und heute als vollwertig integrierte Persönlichkeiten ihr Leben meistern – und das recht gut.

Die eine Tochter lebt in Sachsen, die andere in Baden-Württemberg. Sie haben Familie und eigene Kinder, die ebenfalls in einer Kindertagesstätte betreut wurden: in der heutigen Zeit ist es von Vorteil, wenn man ein zweites Einkommen zur Verfügung hat – nur dadurch kann man sich einen einigermaßen guten Lebensstandard sichern.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich keinen, der irgendwelche Aggressivitäten aufweist. Man kann die Jugendlichen von heute auch nicht alle in einen Topf werfen. Die meisten sind freundlich und zuvorkommend; wenn man sie ebenso behandelt. Außerdem sind die heutigen Jugendlichen erst nach der Wiedervereinigung geboren, und nicht in der DDR. Diese stehen heute mitten im Leben und haben dieses zum größten Teil auch recht gut gemeistert – Ausnahmen ausgenommen.

Ich hoffe, Frau Hofstadt überdenkt ihre Aussage nochmals; denn eine Wiedervereinigung ohne Menschen gibt es nicht.

Leserbriefe

IS-Mitgliedschaft als Schutzargument

Bernd Hummel, Nürtingen. Zum Artikel „Flüchtlinge zeigen sich vermehrt selbst an“ vom 16. April. Die Absurditäten nehmen eine neue Stufe an: „Ich war beim IS und darf in Deutschland bleiben“ und genieße besonderen Schutz. Was wir aber dazu dringend brauchen, ist eine neue Stelle im Bundestag,…

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