Leserbriefe

Die guten Russen und die bösen Amerikaner

01.03.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Kalter Krieg kostet Sicherheit“ vom 20. Februar. Alle, die meine Briefe zum von den USA angefachten Kalten Krieg 2.0 kennen, werden nicht erstaunt sein, wenn ich den Beitrag von Herrn Främke mit Wohlwollen gelesen habe. Dazu einige ergänzende Fakten in Kurzform. Zuerst zur Zusammenarbeit mit anderen Nationen, beziehungsweise der Zuverlässigkeit oder Vertragstreue der USA. Der ABM2-Vertrag zur atomaren Rüstungsbegrenzung wurde schon von Bush einseitig gekündigt. Der INF-Vertrag wurde von den USA erst gebrochen (Raketen in Rumänien), dann unter fadenscheinigen Gründen gekündigt (böse Russen, die ihn angeblich zuerst gebrochen hätten). Atomabkommen mit dem Iran einseitig gekündigt, alle anderen Länder sollen hinterherdackeln, sonst würden US-Sanktionen folgen.

Laut US-Recht können alle ausländischen Firmen, die sich an diese und andere Sanktionen nicht halten, von US-Behörden und -Gerichten bestraft werden. Das Versprechen, die NATO nicht nach Osten auszuweiten – gebrochen. Und damit wurde vom Westen der Kalte Krieg 2.0 angezettelt, was die heutige Kriegsgefahr heraufbeschwor. Diese kurze Auflistung zeigt, dass man sich bei den USA nur auf eins verlassen kann: die nächsten Vertrags-, Vertrauens- oder Völkerrechtsbrüche. Es fragt sich nur welche.

Vielleicht mache ich auf meine alten Tage noch ein Wettbüro auf. Erpressungen und Drohungen sind seit jeher ein alltägliches Mittel der US-Politik. So droht Trump allen Staaten Konsequenzen an, die US-Kriegsverbrecher an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausliefern. Es ist bezeichnend, dass aus dem gottesfürchtigen Land der Demokratie und Menschenrechte solch dumpfe Drohungen erschallen. Anfangs beteiligten sich die USA sogar an der Schaffung des IStGH. Aber nur, um ihn in ihrem Sinne zu manipulieren – Straffreiheit für US-Täter!

Der in Deutschland damals umjubelte Gorbatschow ist in Russland wenig beliebt: „Wir haben damals so vieles aufgegeben und was haben wir dafür bekommen?“ Die ständig Krieg führende Friedensmacht USA vor der eigenen Haustür. Und Deutschland merkelt hinterher.

Leserbriefe

Jeder darf seine Meinung äußern

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Respekt gehört zur Demokratie“ vom 7. März. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Demokratie. Leider ist dem nicht so, wie sich Herr Reinhardt Demokratie vorstellt. Sonst hätten die vielen, die im Kampf für die Demokratie alles einsetzten,…

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