Leserbriefe

Die "Global Playerle"

11.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Mitsch, Wernau. Zum Artikel „Das Wasser wird teurer“ vom 8. Dezember. Viele Bürger wissen noch nicht, wie sich die Finanzmarktkrise auf ihr Portemonnaie auswirkt. Sofern sie Lohnabhängige sind, kann als sicher gelten, dass das Geld, das aufgrund der vielfach propagierten und praktizierten „Lohnzurückhaltung“ nicht in ihre Taschen, sondern in die internationalen Finanzmärkte floss, nicht mehr da ist. Über ihre Steuergelder, mithilfe derer jetzt über die Banken kostspielige „Schutzschilde“ aufgebaut werden, werden sie ein zweites Mal geschröpft.

Nicht nur in Kohlberg wird nun auch noch das Wasser teurer! Zwar ist der Bodensee noch voll, aber wegen der Probleme mit Cross-Border-Leasing-Geschäften wird für viele im Ländle das Trinkwasser teurer. Warum?

Stadtkämmerer und Bürgermeister benahmen sich wie alberne Teenager und haben angeblich risikolose Cross-Border-Leasing-Verträge abgeschlossen – die kamen ja aus Amerika, waren klasse und modern!

Die auf Juristenenglisch abgefassten Verträge haben sie nicht verstanden und auch der Umstand, dass Ansprüche aus diesen Verträgen in Amerika hätten eingeklagt werden müssen, konnte sie nicht hellhörig machen. Durch die Finanzkrise sind diese Verträge zum unkalkulierbaren Finanzabenteuer geworden, weil die amerikanischen Partner schon pleite sind oder kurz davor stehen.

Cross-Border-Leasing ist ein amerikanisches Steuersparmodell. Dabei werden Strom-, Wasser- oder Verkehrsbetriebe, die im Eigentum einer Gemeinde stehen, an einen amerikanischen Investor vermietet und gleich wieder zurückgemietet. Der Investor machte in Amerika steuerliche Vergünstigungen geltend (weil sehr erwünscht war, wenn amerikanische Firmen überall auf der Welt den Daumen auf ausländischen Versorgungsunternehmen hatten). Ein Teil dieser Steuerersparnis wurde an die deutschen Partner ausbezahlt. Wie freuten sich da einige „Global Playerle“ nicht nur aus der schwäbischen Provinz!

Jetzt zahlt wieder der Bürger die Zeche! Er sollte endlich sein Maul aufmachen und den verkrachten „Gobal Playerles“ deutlich machen, dass öffentliches Eigentum der bedarfsgerechten und erschwinglichen Versorgung des Bürgers dient und weder privatisiert noch verspekuliert werden darf.

Es wäre auch gut, wenn sich ein Staatsanwalt mit diesen Geschäften befassen würde – der Verdacht einer Straftat im Sinne von Paragraf 266 StGB (hier: Veruntreuung öffentlichen Eigentums) steht im Raume!

Leserbriefe

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