Leserbriefe

Die biologische Vielfalt erhalten

21.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karin Reinbrech, Nürtingen. Zum Artikel „Nürtingen im Bündnis für biologische Vielfalt“ vom 15. Mai. Sehr habe ich mich über den positiven Beitrag gefreut. Der Gemeinderat hat einstimmig entschieden, dass Nürtingen dem Bündnis für Biologische Vielfalt in Kommunen beitritt. Besonders bemerkenswert finde ich, dass der Umweltbeauftragte der Stadt Nürtingen, Jochen Hildenbrand, für den Ausbau von Biotopverbundsystemen beispielhaft das Großbettlinger Gatter und für den Amphibienschutz den Kirchertwald aufführt. Das ist richtig und gut und soll so erhalten bleiben!

Das Waldgebiet liegt im regionalen Grünzug, ist eine der Kernflächen des regionalen Biotopverbundes und eignet sich somit besonders für die nachhaltige Sicherung, Verbesserung und Vernetzung der Lebensräume und Populationen heimischer Tier- und Pflanzenarten. Daher ist es im Regionalplan als Vorbehaltsgebiet für Naturschutz und Landschaftspflege ausgewiesen. Ein industrielles Großprojekt wie die geplante Speiserestevergärungsanlage inmitten dieses ausgewiesenen regionalen Biotopverbundes ist nicht notwendig, beeinträchtigt massiv die Vernetzung von Lebensräumen in diesem Bereich und gefährdet die biologische Vielfalt. Außerdem widerspricht diese Planung dem Willen mehrerer Tausend Bürger vor Ort.

Darum hoffe ich, dass die gewählten Vertreter unserer Stadt den Antrag für das Zielabweichungsverfahren im regionalen Grünzug zurückziehen. Nur so kann Nürtingen das Bündnis zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt in Kommunen für unsere Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger in Zukunft glaubwürdig repräsentieren, stärken und konkret umsetzen. Nicht zuletzt kann der Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt auch aktiv für das Tourismus- und Stadtmarketing und damit für eine positive Imagegestaltung eingesetzt werden.

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