Leserbriefe

Deutschland geht es so gut wie noch nie

01.06.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Reinhardt, Neckartenzlingen. Zum Leserbrief „Die Übermacht der Lobbyisten“ vom 22. Mai. Deutschlands fürchterlicher Niedergang: Schon wieder! Deutschlands Straßen quellen über, weil sich immer mehr Deutsche immer größere Autos kaufen, kaufen können. Und da gibt es Leute, die wieder und wieder verbreiten: Deutschland befinde sich im schrecklichen „Niedergang“. Wo bleibt da die Vernunft? Dass es nur der Mehrheit der Deutschen gut geht, aber nicht allen – ist das ein Zeichen des Untergangs? Es ist ein Auftrag! Offensichtlich gibt es bei uns Menschen, die ein erhebliches Interesse daran haben, ihr Heimatland schlechtzureden. Wohl um damit Unzufriedenheit und Unsicherheit zu verbreiten.

Beides sind und waren immer die Eingangstore für rechte Diktaturen – das haben wir doch reichlich erlebt. Wollen diese Schreiber das wirklich? Kaum zu glauben. Ihr Mittel ist allemal eine einseitige Verzerrung der Realität. Im letzten Brief vom 22. Mai sind die bösen „Lobbyisten“ im Dienst der schrecklichen „Industrie“ die Wohlstandsvernichter. Wer sich nur etwas informiert, könnte wissen, dass „die Industrie“ die Arbeitsplätze stellt, die wir brauchen, die Waren herstellt, die wir genießen (Autos zum Beispiel) und damit ganz wesentlich zum Wohlstand des Landes beiträgt.

Aber klar, alles hat immer mindestens zwei Seiten: „Die böse Industrie“ versucht zugleich die Politik durch ihre Lobbyisten zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Beides ist gleichermaßen wahr. Dabei sind die Lobbyisten einerseits nötige Ratgeber für die Abgeordneten und auch für die Ministerien, denn dort können nicht alle die anstehenden Sachen Bearbeitenden auch Fachleute für die anstehenden Gesetze und Regelungen sein. Zugleich aber – und das ist ja das Dumme – versuchen die Betriebe durch die Lobbyisten die, die sie beraten, in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das kann, muss aber nicht schlecht sein; und nicht nur „die Parteien“ oder gar „die Politik“ hören unterschiedlich auf sie, sondern die verschiedenen Parteien leihen ihnen unterschiedlich mehr oder weniger ihr Ohr. Ist das schon zu kompliziert? Manche glauben halt den Hetzern im Internet mehr als der seriösen Presse – die sie vermutlich kaum lesen. Aber wer will sich schon so differenziert informieren. Dabei ist das ja heute kein wirkliches Problem; es kostet nur etwas mehr Mühe als das Verbreiten von Schreckensnachrichten.

Alles hat immer mehrere Seiten, wer immer nur die eine, die schlechte, ansieht, ist letztlich ein Lügner, einer der sich der Wirklichkeit verweigert. Im Ganzen geht es Deutschland – nicht zuletzt durch die EU – so gut wie noch nie.

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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