Leserbriefe

Der Strom muss bezahlbar bleiben

04.06.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Merkel hält am Atomausstieg fest“, vom 30. Mai. Wenn das hungrige Wolfsrudel immer näher kommt, wirft man schließlich den Schwächsten aus dem Schlitten, um die eigene Haut zu retten. Der, trotz eindringlicher Warnungen, beschlossene Atomausstieg mit der sogenannten Energiewende steht unter keinem guten Stern und scheint festgefahren zu sein. Dieser angepeilte Selbstläufer hat den Gefallen nicht getan und seine Befürworter auf den Boden der Wirklichkeit gestellt, denn ein Projekt, das zu seiner Verwirklichung im günstigen Fall, wenn überhaupt, Jahrzehnte benötigt, kann nicht schon nach Jahresfrist Erfolge zeigen. Deshalb kam als Ablenkungsmanöver das desaströse Abschneiden des Umweltministers Röttgen bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen für die Kanzlerin gerade richtig, um ihn als Sündenbock für den Stillstand der Energiewende verantwortlich machen zu können.

Dieser Schritt war zu offensichtlich und sollte von der Planlosigkeit des gesamten Vorhabens ablenken. Dass Röttgen gegen die Amtsinhaberin, die glänzend postierte Hannelore Kraft, keine Chancen hatte, war schon durch die Meinungsumfragen bekannt. Frau Kraft hat jetzt auch in der K-Frage der SPD mitzureden. Frau Merkel hat im Falle Röttgen gewaltig überzogen, von Alleinverantwortung kann nicht die Rede sein, denn die Kompetenzen sind auf einige Ministerien vereint.

Natürlich machen Widerwärtigkeiten das Regieren nicht leicht. Da ist eine profilsüchtige FDP als Koalitionspartner, eine quengelnde CSU, eine unzufriedene CDU, weil die SPD inzwischen fast auf Augenhöhe liegt, und der größte Landesverband der eigenen Partei, der nach wie vor hinter Röttgen steht. Auch die Außenpolitik bietet keine rosigen Aussichten mit ewigem Streit über den Euro und jetzt auch noch ein Hollande als französischer Präsident, der sich unbedingt mit seinen Eurobonds profilieren möchte. Auch um die Biowende gibt es schwergewichtige Fragen.

Der Strom muss bezahlbar bleiben und zuverlässig sein. Es sollte nicht zu Engpässen wie schon einige Male in Bayern kommen. Auch wollen wir wegen Bioanlagen keine Vermaisung unserer Kulturlandschaft. Wenn das Heu doppelt so viel kostet, ist das der falsche Weg. Überkapazitäten im Solarstrom sind kostspielig, Windparks in der Nordsee können ihren Strom nicht weiterleiten, weil das Netz für 60 Milliarden ausgebaut werden muss, aber nicht kann, weil jedes Bundesland seine Stromautorität vehement verteidigt. Hier ist noch ein weiter Weg. Es war auch der falsche Weg, einen Mann öffentlich so zu demütigen, dass er die nächste Gelegenheit benutzt, zurückzuschlagen.

Leserbriefe

Burka erniedrigt die Frauen

Elsa Neufeld, Nürtingen. Zum Artikel „CDU-Politiker Frei hält Burkaverbot für nicht machbar“ vom 12. August. Eine Burka ist für mich das abscheulichste und absurdeste Kleiderstück, das eine Frau zu tragen hat. Warum lässt unsere deutsche Verfassung ein generelles Burkaverbot nicht zu? Wen…

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