Leserbriefe

Das ist alles ein (W)affentheater

20.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Wir haben noch nie Waffen verkauft“ vom 13. August. Unter der Abbildung eines riesigen Revolvers berichtet die Nürtinger Zeitung, wie die Behörden mit Waffen umgehen, die sie durch Einziehung oder freiwillige Abgabe von Bürgern erlangt haben. Wen es interessiert, der erfährt dort, dass das Landratsamt diese jetzt auch nicht mehr verkauft. Jeder, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, darf in unserem Lande Waffen verkaufen und auch kaufen. Wenn das Landratsamt in der Vergangenheit Waffen verkauft hat und den Bürger am Verkaufserlös beteiligt hat, so war dies eine richtige Vorgehensweise. Der Bürger wurde für die Aufgabe seines Eigentums entschädigt und das Landratsamt trug Sorge dafür, dass diese Waffen in die Hände derjenigen Bürger gelangten, deren Bedürfnis und Zuverlässigkeit behördlich überprüft worden waren. Diese sinnvolle Vorgehensweise wurde durch das jetzt verschärfte Waffenrecht abgestellt. Der Staat tritt dem Bürger jetzt entgegen wie jene Besatzungsmächte, die 1945 alle Deutschen mit der Todesstrafe bedrohten, die ihre Waffen nicht ablieferten – selbstverständlich ohne Entschädigung.

Abwegig ist die Behauptung des Regierungspräsidenten Schmalzl, die Behörden würden durch den Verkauf von Waffen zu „Waffenhändlern“. Es ist eine Beleidigung aller Amtsträger, die bisher Waffen an Berechtigte verkauften, wenn sie von Schmalzl mit jenen obskuren Geschäftemachern gleichgestellt werden, die an der militärischen Ausrüstung von Diktatoren und Banditen Geld verdienen. Durch sein unverantwortliches Gerede reiht sich Schmalzl in die Korona derjenigen ein, die die fürchterlichen Ereignisse in Winnenden und Wendlingen zur Wichtigmacherei und zur Quoten- beziehungsweise Auflagensteigerung missbrauchten. Inwieweit sich der Vater des Täters hier strafbar gemacht hat und welche anderen Umstände zu jenem Amoklauf führten, wird von Kriminalisten und Juristen geklärt. Dieses Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. All jene, die im Gefolge dieser Ereignisse sich so darstellten, als würden sie genau über das „warum“ und „was nun“ Bescheid wissen, zeigen, dass sie an einer seriösen, sachkundigen und rechtsstaatlich unbedenklichen Aufarbeitung nicht interessiert sind und eigennützige Ziele verfolgen.

Leserbriefe

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