Leserbriefe

Da stecken viele Peinlichkeiten drin

18.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Geständnis ohne Reue“ vom 11. August. Was für ein Jahr. Nach Käse-, Schinken-, Politiker- (Pauli, Steinmeier) nun auch noch Journalismusimitate. Nicole Langes Bericht über das Geständnis der mutmaßlichen Angehörigen der mutmaßlichen Islamischen Dschihad-Union lässt stark vermuten, dass sie direkt in der ersten Reihe neben den Kollegen vom Spiegel saß, als der Geheimdienst Informationen aus erster Hand in Umlauf brachte. Peinlich wird es, wenn man solcherlei Rechercheergebnisse 1:1 in einen Artikel fasst und Logik dabei eher eine untergeordnete Rolle spielt. Seit Monaten zeichnen Medien und Staatsanwaltschaft das Bild von der konspirativ, im Verborgenen, agierenden Sauerlandzelle. Jetzt erzählt uns einer der Angeklagten, dass die Observation durch den Verfassungsschutz nicht zu übersehen war.

Obwohl die Möchtegern-Attentäter also wussten, dass sie beschattet wurden, trieben sie ihre Pläne munter voran und wurden dann auch prompt mit einigen Fässern voll Wasser erwischt. Wenigstens weiß man jetzt, warum diese Sorte Mensch auch als Schläfer bezeichnet wird. Der Höhepunkt des Artikels war aber dann, dass für Frau Lange das Geständnis der dubiosen Angeklagten als der ultimative Beweis für das Existieren der IJU angesehen wird. Wohingegen gegenteilige Aussagen des ehemaligen britischen Botschafters in Usbekistan und eines Ex-Agenten des usbekischen Geheimdienstes (vor einigen Wochen in der ARD) gelegentlich lancierte Zweifel für sie sind.

Herr Reiners erhofft sich dann in seinem Kommentar, dass der Prozess mögliche Innenansichten des islamistischen Terrornetzwerkes zu Tage fördert. Ich glaube, es wird nur ein weiteres Mal vorgeführt, wie Geheimdienste funktionieren. Ein Werkzeug der Schlapphüte ist die Desinformation, bei dem sie in erster Linie auf Journalisten angewiesen sind. Schön, dass Reiners seine Funktion begreift und schlussfolgert, dass all die Umtriebe im Sauerland ja eigentlich zeigen, dass wir zu Recht in Afghanistan und Pakistan die deutsche Freiheit verteidigen. Auftrag erfüllt, kann ich da nur sagen.

Leserbriefe

Der Abstand zu den Windkraftanlagen

Heinz Vogel, Oberboihingen. Zum Artikel „Standorte in der Region vom Winde verweht“ vom 14. Juni. Wenn man den BW-Windatlas 2019 einmal anschaut, stellt man fest, dass darin für die betrachteten Windhöffigkeiten die maximale Nabenhöhe der Windkraftanlagen von 160 Meter auf 200 Meter angehoben…

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