Leserbriefe

Biologische Vielfalt und Biogasanlage

26.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karin Bauer, Großbettlingen. Zum Artikel „Nürtingen im Bündnis für biologische Vielfalt“ vom 15. Mai. Können die Bürger davon ausgehen, dass die Stadt Nürtingen den Antrag beim Regierungspräsidium auf Zulassung einer Zielabweichung für das Großbettlinger Gatter zurückgezogen hat? Das jedenfalls wäre die einzige logische und glaubwürdige Konsequenz, die sich aus dem Beitritt zum Bündnis „Biologische Vielfalt in Kommunen“ ergibt.

Wenn auf der einen Seite der Umweltbeauftragte der Stadt den Ausbau von Biotopverbundsystemen anpreist und hier „insbesondere den Bereich Großbettlinger Gatter“ namentlich nennt, kann auf der anderen Seite unmöglich ein Zielabweichungsverfahren zum Bau einer Industrieanlage, die genau in diesem Gebiet entstehen soll, aufrechterhalten werden.

In der Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ heißt es unter anderem: „Festlegungen zur Begrenzung des Siedlungsflächenwachstums; Boden- und Freiraumschutz durch kommunales und interkommunales Flächenmanagement; (. . .) Mitarbeit beim Ausbau von Biotopverbundsystemen und Schutzgebietsnetzen; Konkrete Beiträge zum Artenschutz und zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Arten in einem kommunalen Artenschutzprogramm; (. . .) Förderung umweltverträglicher Formen der Land- und besonders der kommunalen Forstwirtschaft (naturnahe Waldbewirtschaftung von Kommunalwald); Verstärkte Ausrichtung der Kommunen auf die interkommunale Zusammenarbeit zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung biologischer Vielfalt in der Region.“

Die unterzeichnenden Kommunen verpflichten sich, die Anforderungen, die die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor Ort stellt, bewusst in die Entscheidungen auf kommunaler Ebene einzubeziehen. Daraus folgt, dass sich die Stadt Nürtingen mit der Aufrechterhaltung des Zielabweichungsverfahrens für das oben genannte Gebiet – wissentlich – kontraproduktiv verhalten würde. Es ist erfreulich, dass der Nürtinger Gemeinderat sich einstimmig für die Unterzeichnung dieser Deklaration entschieden hat. Jetzt liegt es auch mit an ihm, dass deren Ziele zum Wohle der Umwelt umgesetzt werden.

Leserbriefe

Burka erniedrigt die Frauen

Elsa Neufeld, Nürtingen. Zum Artikel „CDU-Politiker Frei hält Burkaverbot für nicht machbar“ vom 12. August. Eine Burka ist für mich das abscheulichste und absurdeste Kleiderstück, das eine Frau zu tragen hat. Warum lässt unsere deutsche Verfassung ein generelles Burkaverbot nicht zu? Wen…

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