Leserbriefe

Belastet ältere und kranke Menschen

29.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Markus Grübel, Esslingen, CDU-MdB. Zum Leserbrief „Ist Herr Grübel ein schlechter Verlierer“ vom 21. August. Dem Leserbrief des Kreisvorstandsmitglieds der Jungsozialisten, Simon Bürkle, zum Thema Patientenverfügung widerspreche ich energisch. Ich informiere über ein Thema, mit dem ich mich seit mehr als sechs Jahren im Rahmen meiner parlamentarischen Tätigkeit intensiv beschäftigt habe. Es ist richtig, dass der Entwurf, an dem ich mitgearbeitet habe, eine weitergehende Regelung vorsieht als der, der ab 1. September gültig sein wird. In der Abwägung zwischen freiem Willen und Lebensschutz hat die Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestags dem freien Willen eine höhere Priorität eingeräumt.

Was ist der wesentliche Unterschied? Als christlicher Politiker habe ich zugunsten des Lebensschutzes für höhere Hürden bei Verzicht auf Behandlung bei einer heilbaren Krankheit votiert. Dass ein Mensch in einem solchen Fall lieber sterben will, ist die absolute Ausnahme. Die meisten Menschen wollen bei einer heilbaren Krankheit auch geheilt werden und nicht sterben. Wer dies dennoch will, soll sich zuvor ärztlich beraten lassen. Dies stellt sicher, dass der Patient nicht versehentlich auf eine Behandlung verzichtet oder die komplizierten Begriffe in einer Patientenverfügung verwechselt. So eine Regelung stärkt sogar die Selbstbestimmung, weil nach ärztlicher Beratung ein hohes Maß an Sicherheit besteht, dass der wirkliche Patientenwille niedergeschrieben ist.

Nebenbei bemerkt: In meinem Entwurf war im System der gesetzlichen Krankenkasse für die ärztliche Beratung ein Honorar vorgesehen. Der nun Gesetz gewordene Entwurf sieht dies nicht vor. Das heißt, dass bei einer ärztlichen Beratung der Patient das Arzthonorar aus seiner eigenen Tasche bezahlen oder der Arzt unentgeltlich arbeiten muss. Das ist eine Hürde für eine fachkundige Beratung. So stolz sollten die SPD und die Jusos auf diesen Abstimmungserfolg nicht sein. Er belastet die älteren und kranken Menschen finanziell und erschwert den Zugang zum ärztlichen Beratungsgespräch. Herrn Bürkle, der bei der Veranstaltung nicht anwesend war, lade ich sehr herzlich ein, sich zum Thema Patientenverfügung bei mir zu informieren. Ich bin auch gern bereit, mit den Jusos eine Diskussion zu diesem Thema zu führen.

Leserbriefe

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Friedhelm Horn, Rotenburg. Zum Artikel „Freibad öffnet Montag“ vom 10. Mai. Der Liebe wegen bin ich fast jedes Wochenende in Nürtingen. Ich bin passionierter Schwimmer und bin von der Qualität des Hallenbades und des Freibades in Nürtingen begeistert. Problem ist nur: Das Freibad ist nicht…

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