Schwerpunkte

Leserbriefe

Beide Seiten beleuchten

27.07.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gerhard Bürkle, Aichtal. Gott statt Darwin: Fromme Christen wollen mehr Bibel-Stunden im Biologie-Unterricht vom 24. Juli. In der Diskussion Evolution versus Schöpfung wird keine Seite je den finalen Beweis für ihre Wahrheit erbringen können. Umso mehr sollte man in der argumentativen Auseinandersetzung fair miteinander umgehen. Der Artikel von Markus Brauer jedoch stellt alle, die an einen Schöpfergott glauben, pauschal als nicht reflektierende Hinterwäldler hin rhetorisch mal mehr, meist jedoch weniger verhüllt.

Noch bedenklicher ist allerdings, dass Herr Brauer bibeltreue Christen in Bausch und Bogen in die Nähe von Sekten rückt: Freikirchen, Sekten und Zeugen Jehovas werden ohne jegliche kritische Differenzierung oder Abgrenzung in einem Atemzug genannt. Dass viele evangelische und katholische Christen ebenfalls nicht glauben können, dass alles nur per Zufall aus einem explodierenden Masseklumpen entstanden sein soll (woher auch immer der einst gekommen sein mag), tritt dabei galant in den Hintergrund.

Eine anspruchsvolle und kritische Berichterstattung sollte beide Seiten gleichermaßen und möglichst unparteiisch beleuchten. Wenn aber bibeltreue Christen mehrmals abwertend als Bibel-Fundis bezeichnet werden, spricht dies nicht gerade für eine redaktionelle Ausgewogenheit. Ich würde mir auch wünschen, dass ein versierter Journalist verbal nuanciert mit dem Begriff Fundamentalismus umzugehen versteht. Zwischen einem radikalen, zerstörerischen religiösen Fundamentalismus und einem auf das feste Fundament von Gottes Wort gegründeten Glauben ist ein großer Unterschied! Ist der Kreationismus auf dem Vormarsch und die Vernunft auf dem Rückzug?, fragt der Autor subtil. Einer solch zugespitzten Frage möchte ich entgegenhalten: Ist die Polemik auf dem Vormarsch und der objektive Journalismus auf dem Rückzug?

Leserbriefe

Verkehrsminister stiehlt sich aus Verantwortung

Thaddäus Kunzmann, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Verspätungen bleiben ein Ärgernis“ vom 1. September.

Die Verspätungen auf der Zuglinie Tübingen–Stuttgart halten nun bereits über ein Jahr an und nerven. Da nützen auch die Zahlen von gut 90 Prozent Pünktlichkeit nichts, die…

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