Leserbriefe

Andere Kulturen

07.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reza Maschajechi, Nürtingen. Zum Leserbrief Fehlende Toleranz vom 4. Juli. Dr. Bone behauptet, dass der Bau einer Kirche im Iran undenkbar wäre. Diese Aussage ist grundfalsch. Es leben im Iran über einhunderttausend Christen und sie haben wie jede andere Religionsgemeinschaft ihre Vertreter im Parlament. Es gibt bereits im Iran unzählig viele Kirchen. Allein in Jolfa, einem Stadtteil von Isfahan, gibt es fünf Kirchen. Drei Kirchen habe ich selbst in Urumieh im Nordwesten vom Iran besucht. Eine von ihnen soll die älteste Kirche der Welt sein. Diese Kirche wird heute als Museum gehegt und gepflegt und regelmäßig werden dort Gottesdienste abgehalten. Die genaue Zahl der Kirchen in der Hauptstadt Teheran ist mir unbekannt. Ich erinnere mich nur an eine Kirche, in der sogar beim Gottesdienst Orgel gespielt wurde. Das Christentum hat im Iran eine lange Tradition. Unter Antonio de Gauvea entsandte König Philip III. eine Mission von Augustiner-Mönchen. Er landete im Jahre 1602 in Hormuz/Iran. Schah Abbas der Große erlaubte ihnen, eine Kirche und ein Kloster zu erbauen. Es ist bedauerlich, dass Herr Dr. Bone sich bisher nicht die Mühe gemacht hat, ein wenig in die Geschichtsbücher hineinzuschauen oder zumindest in einem Iran-Reiseführer zu blättern.

Der Schreiber fragt, warum die Moslems nach Europa, in die Länder der Ungläubigen kommen? Dieses Bild stammt aus dem europäischen Mittelalter. Kein Moslem käme auf die Idee, die Europäer als Ungläubige zu bezeichnen. Wenn ein Mensch im Ausland seine eigene, angeborene Kultur pflegt, bedeutet es nicht, dass er andere Kulturen nicht akzeptiert. Das Weitere ist, dass es Völkerwanderungen schon immer gegeben hat. Hierbei denke ich an die Deutschen, die vor etwa dreihundert Jahren nach Russland ausgewandert waren und ihre deutsche Kultur bis zum heutigen Tag in hervorragender Weise aufbewahrt haben. Um ihre Kultur zu pflegen, brauchen die Moslems einen Versammlungsort, eine Moschee. Wenn man ihnen diesen Wunsch verwehrt, dann werden sie sich in unbekannten kleineren Orten treffen und somit könnten sich die Extremisten leichter verstecken als in der großen, öffentlichen Moschee. Ich bitte meine Leser um einen Augenblick Besinnung: Die Kampagne gegen Moslems, die zurzeit vor allem von den Medien geschürt wird, ist das beste Futter für Extremisten. Die Verletzungen, die zum Beispiel durch solch einen unsachgemäßen, rein emotionalen Leserbrief von Dr. Bone entstehen, können zu Verletzungen mit unabsehbaren Folgen führen.

Leserbriefe

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Horst Packmohr, Nürtingen. Bisher war die Freude der Mitglieder des Seniorenkreises Brückenschlag aus Nürtingen-Roßdorf auf den Seniorennachmittag beim Maientag immer sehr groß. Doch dieses Jahr machte sich Enttäuschung breit. Es begann schon damit, dass zwei zentrale Seniorenveranstaltungen auf…

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