Leserbriefe

Amerikaner haben anders gehandelt

23.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Der Berliner Eiertanz und die Haarspalterei nimmt groteske Formen an. Die Taliban interessiert es überhaupt nicht, ob das 4500 Mann starke deutsche Truppenkontingent in Afghanistan als Friedensmission zum Wiederaufbau oder als Kampftruppen im Land sind. Man sollte uns Deutschen keine Märchen erzählen, denn dem mündigen Bürger ist längst klar, dass das Unternehmen Kundus ein Kampfauftrag ist. Leider sind dort auch schon deutsche Soldaten ums Leben gekommen, was bestimmt nicht für einen Streicheleinsatz spricht. Deshalb brauchen unsere Soldaten, die uns bereits am Hindukusch verteidigen, die volle Unterstützung aus der Heimat, moralisch, mit bestem Gerät und nicht den Staatsanwalt. Eigentlich kann man nur noch betroffen reagieren, wenn nach einem Gefecht auf Du oder Ich, bei dem zwei Taliban getötet wurden, unsere Soldaten in das Visier der deutschen Strafbehörde gerieten. Das Verfahren ist zwar niedergeschlagen, hinterlässt aber einen schalen Geschmack und zeigt erschreckend, welche diffusen Zustände an den zuständigen Stellen herrschen.

Nicht anders verhält es sich beim Einsatz gegen die Piraterie am Horn von Afrika. Noch immer befinden sich zwei gekaperte deutsche Frachter in den Händen der Seeräuber. Die Befreiung durch die weltweit geachtete GSG 9 wurde kurzerhand wieder abgeblasen. Warum? Dass sie dazu in der Lage sind, haben sie in Mogadischu bewiesen. Muss es erst wieder zu einem Geiseldrama kommen, bevor man handelt und man im Streit um Kompetenzgerangel sich endlich Klarheit verschafft. Die Amerikaner haben anders gehandelt und schlagen präzise und schnell zu und zahlen grundsätzlich kein Lösegeld. Auch andere Staaten sind nicht so zimperlich. Solange die Politik unsere Fregatten dazu verdammt, mit Mündungskappen auf den Geschützrohren zu operieren, geben wir uns der Lächerlichkeit auf dem ganzen Globus preis. Der Streit in den Ministerien auf dem Rücken der Geiseln ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch zynisch. Warum fahren die Schiffe nicht längst im Konvoi? Auch hier fehlt es an Kooperation, denn Geleitschiffe liegen genug bereit. Natürlich ist ein stillliegendes Schiff ein reiner Kostenfaktor, aber die Lösegeldforderungen dürften auch nicht gerade bescheiden sein.

Leserbriefe

Warum wurde Freibad nicht früher geöffnet?

Friedhelm Horn, Rotenburg. Zum Artikel „Freibad öffnet Montag“ vom 10. Mai. Der Liebe wegen bin ich fast jedes Wochenende in Nürtingen. Ich bin passionierter Schwimmer und bin von der Qualität des Hallenbades und des Freibades in Nürtingen begeistert. Problem ist nur: Das Freibad ist nicht…

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