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Leserbriefe

Als Zeitzeugen alles nicht gewusst

25.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Burchard Carlsen, Wolfschlugen. Zum Artikel „Vom Glauben an den Menschen“ vom 20. April. In der Nürtinger Zeitung wird über den in der NS-Zeit internierten Sinto Anton Reinhardt berichtet. Dank der Solidarität von anderen Internierten und einem Arzt überlebte er. Wäre die NSDAP an der Regierung geblieben, wäre das von ihr vorbereitete „Gesetz über die Behandlung Gemeinschaftsfremder“ angewendet worden. Es hätte am 1. Januar 1945 in Kraft treten sollen (Materialien im Bundesarchiv Koblenz).

Die Definition „Gemeinschaftsfremder“ ist sehr unpräzise, sodass jede, jeder so hätte eingestuft werden können, wenn es im Interesse der Volksgemeinschaft gewesen wäre. In Paragraf 1 heißt es (auszugsweise) „Gemeinschaftsfremd ist: wer sich nach Persönlichkeit und Lebensführung, insbesondere wegen außergewöhnlicher Mängel des Verstandes oder des Charakters außerstande zeigt, aus eigener Kraft den Mindestanforderungen der Volksgemeinschaft zu genügen“. Zur Definition werden weiter herangezogen unter anderem Liederlichkeit, Arbeitsbummelei, Betrügereien. Aus Paragraf 14: „Dem Nationalsozialismus gilt der einzelne nichts, wenn es um die Gemeinschaft geht“.

Es geht über den Rahmen eines Leserbriefes hinaus, auch auf die ausgeklügelten Maßnahmen der Überwachung durch die Polizei und der Vorschriften für die Justizbehörden einzugehen. Es bleibt jedoch wichtig zu erkennen, was wir (Jahrgang 1928) als Zeitzeugen alles nicht gewusst haben, und was uns mit dem Ende des Nationalsozialismus erspart geblieben ist.

Leserbriefe

Bahnnetz-Ausbau ist zentrales Thema

Matthias Gastel, Filderstadt, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen. Zum Artikel „Viertelstundentakt nicht möglich?“ vom 16. November. Seit Jahren schon engagiere ich mich für einen besseren Bahnverkehr in unserer Region. Das weiß auch der Kollege Kenner (SPD) aus dem Landtag. Leider baut…

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