Leserbriefe

60-Jährige und Scherbenhaufen

06.10.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Bernhard Kurz, Berlin. Zum Leserbrief „Die Stadt und die Finanzen“ vom 5. Oktober. Herr Nauendorf sitzt jahrzehntelang im Gemeinderat. Wenn er den Haushaltsplan der Stadt genauer kennen würde, müssten ihm eigentlich die Einsparpotentiale auffallen. Schließlich ist der Gemeinderat mitverantwortlich am Finanzdebakel der Stadthalle.

Welche Voraussetzungen und welche Anforderungen werden denn eigentlich an einen Gemeinderat gestellt? Warum stellen sich die Bewerber um das Gemeinderatsamt nicht auch in der Stadthalle vor?

Welche Verwaltungskenntnisse brachte eigentlich Joschka Fischer (Grüne) mit oder der erfolgreiche Bürgermeister in München Ude (SPD, Journalist)? Welche Voraussetzungen bringen unsere Abgeordneten sowohl im Landtag wie der Fraktionschef der CDU (Diplom-Forstwirt) oder der amtierende Ministerpräsident Kretschmann mit? Ähnliches gilt für den Bundestag.

Wenn jetzt die Bewerber despektierlich als Spaßkandidaten bezeichnet werden – warum gelingt es denn dann den Parteien nicht, einen ihnen angenehmen Bewerber zu finden? Die Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt sind klar geregelt. Wenn es Herrn Nauendorf und den Parteien nicht passt, dann sollen sie dies ändern. Sie haben ja diese Anforderungen selbst festgelegt. Insofern sollten vor allem die in der Politik Engagierten diese Bewerber respektieren.

Was ist denn die Lebensleistung der erfahrenen Politiker? Ein Finanzdesaster in einem Ausmaß, wie wir es in der Geschichte bisher nicht kannten. Meine Generation (werde 60 Jahre alt) hinterlässt den Jungen einen finanziellen Scherbenhaufen. Hätten junge, engagierte Politiker dies noch schlechter machen können?

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